Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

In der Klinik behandeln wir Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen und seelischen Krisen. Die Behandlung erfolgt entsprechend dem individuellen Hilfebedarf nach einem integrierten Therapiekonzept. Unser Ziel ist die individuell angepasste wohnortnahe Versorgung psychisch erkrankter Menschen.

Das Therapiekonzept integriert psychopharmakologische, psychotherapeutische und soziotherapeutische Behandlungsansätze auf der Grundlage einer engen multiprofessionellen Zusammenarbeit von Ärzten, psychologischen Psychotherapeuten, psychiatrischen Pflegefachpersonen, Ergotherapeuten, Bewegungstherapeuten und Sozialarbeitern. Psychotherapeutisch besteht eine tiefenpsychologische Grundausrichtung unter Integration verhaltenstherapeutischer Therapieformen.

Alle vier Stationen sind als Aufnahmestationen ausgelegt, werden offen geführt und bedarfsweise geschlossen.

Im Rahmen des Konsiliardienstes erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den somatischen Abteilungen des Klinikums. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie stellt für den onkologischen Schwerpunkt des Klinikums einen ärztlichen psychoonkologischen Dienst, der von der deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist.

Ihr
PD Dr. med. Dipl. Phys. Thomas Schillen
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Sprechstunden & Kontakt

Anmeldung Ambulanz
Kontakt:Tel.: (06181) 296-8100
Fax: (06181) 296-8111
Zeiten:Mo.-Do.: 08:00-16:00 Uhr
Fr.:          08:00-15:30 Uhr
Hinweis:Außerhalb der Öffnungszeiten über die Rezeption unter der Tel.: (06181) 296-0
Chefarztsprechstunde
Ansprechpartner:Ursula Schäfer
Kontakt:Tel.: (06181) 296-8010
Fax: (06181) 296-8690
Zeiten:Nach telefonischer Vereinbarung


Selbsthilfegruppen

Sekos - Selbsthilfekontaktstelle Hanau
Kontakt:Tel.: (06181) 2555-00
Zeiten:Mo.-Do.: 10:00-16:00 Uhr
Fr.:          10:00-14:00 Uhr
Adresse:Selbsthilfekontaktstelle (Sekos) Hanau
Breslauer Straße 27
63452 Hanau

Team

Die Klinik wird von PD Dr. med. Dipl. Phys. Thomas Schillen geleitet. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.

Das therapeutische Team ist multiprofessionell und setzt sich aus Ärzten, Pflegedienst, Psychologen, Sozialarbeitern, Ergo- und Gestaltungstherapeuten, Bewegungstherapeuten und Krankengymnasten zusammen.

Oberärzte

Leitende Oberärztin
Dr. med. Ingrid Ehrich

Oberarzt
Dr. med. Oliver Lauben

Oberärztin
Grit Pilsecker

Oberarzt
Said Hooboty Fard

Oberärztin der Institutsambulanz
Dr. med. Astrid Schröter

Leistungsspektrum

Wir behandeln alle psychischen Störungen des Erwachsenenalters, die der ambulanten, teilstationären oder stationären Behandlung bedürfen:

  • Organische bedingte psychische Störungen
  • Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • Psychotische Erkrankungen
  • Affektive Störungen
  • Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Intelligenzstörungen

Vor Beginn der Behandlung muss zunächst eine sichere Diagnose gestellt werden. Die Diagnose gibt Aufschluss über die Ursachen und Folgen eines Krankheitsbildes. Die Klinik verfügt hierzu - auch in Kooperation mit den anderen Kliniken, Abteilungen und Instituten des gesamten Klinikums Hanau - über moderne und umfangreiche Diagnosemethoden. Ein sicherer Ausschluss einer körperlichen Ursache ist Grundvoraussetzung für die weitere differentialdiagnostische Abklärung einer psychiatrischen Erkrankung.

Auf der Basis einer exakten und gründlichen Diagnose, entwickeln unsere Ärzte in Abstimmung mit den Patienten eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Therapie. Diese hat zuerst immer die Heilung der Krankheit zum Ziel. Wo dies nicht möglich ist, richtet sich die Behandlung auf die Symptomkontrolle, auf den Erhalt und die Förderung der vorhandenen Kompetenzen und die Entwicklung wirksamer Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Erkrankung. Dem Patienten soll dabei ermöglicht werden, auf die bestmögliche Art und Weise und so beschwerdefrei wie möglich, mit seiner Krankheit gut leben zu können.

Unser psychotherapeutisches Hauptverfahren ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, im so genannten Zweitverfahren wird verhaltenstherapeutisch gearbeitet. Einige Mitarbeiter haben auch eine systemische, psychotherapeutische Ausbildung abgeschlossen, ebenso spezifische suchttherapeutische Ausbildungen.

Jeder Patient unserer Klinik wird sowohl psychiatrisch, psychotherapeutisch und sozio-therapeutisch behandelt, wobei die Schwerpunkte innerhalb dieser drei Behandlungsmethoden je nach Krankheitsbild und Verlauf unterschiedlich gewichtet werden.

Psychiatrische Arbeit kann nur gelingen, wenn sie gemeindenah ist und die Angehörigen mit in den Therapieablauf integriert werden. So nehmen Familien- und Angehörigengespräche einen wichtigen Raum ein, regelmäßig treffen sich Angehörigengruppen in der Cafeteria unseres Hauses, um Erfahrungen auszutauschen und gegenseitige Hilfen anzubieten.

Ambulante Akutbehandlung

In der Ambulanten Akutbehandlung finden die stationsersetzenden Behandlungen statt. Sie ist Teil der Umstrukturierung der Abteilung im Rahmen des OVP-Projektes. DIe AAB bietet aktuell 30 Behandlungsplätze. Der Bereich verfügt über einen Anmeldebereich, sechs Gesprächszimmer (Ärzte, Psychologe, Sozialpädagoge und Pflege), drei Gruppenräume, zwei Ruheräume, ein Untersuchungszimmer, einen Notfall- und Überwachungsraum, einen PC-Arbeitsplatz für Patienten, Küche, Aufenthaltsraum und Fitnessraum sowie ein Bad und zusätzliche WC-Räume.
Unser Behandlungsteam besteht aus Ärzten, Psychologe, Sozialpädagoge, Fachkrankenpflegepersonal, Ergotherapeut, Bewegungstherapeut sowie einer Medizinischen Fachangestellten.

Wir behandeln Menschen mit:
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Affektiven Erkrankungen
  • Abhängigkeitserkrankungen und Störungen durch psychotrope Stoffe
  • Akute seelische Krisen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Altersbedingten psychiatrischen Erkrankungen
Einschlusskriterien
  • Wohnadresse im regionalen Versorgungssektor
  • Psychisch kranke Menschen in Krisen, die im bisherigen Behandlungsrahmen zur stationären Aufnahme geführt hätten und die durch intensive ambulante Maßnahmen stationsersetzend behandelt werden können.
  • Alle psychiatrischen Diagnosen
Ausschlusskriterien
  • Schweregrade der psychischen Erkrankung, die eine ambulante Behandlung ausschließen, beispielsweise akut selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten, akute Gefährdung durch Intoxikation.
Ziele der Umstrukturierung:
  • Es verhindert nach Möglichkeit stationäre Aufnahmen.
  • Stationäre Aufenthalte werden verkürzt. Patienten in stationärer Behandlung können frühestmöglich in die ambulante Behandlung des AAB-Teams übergeleitet und in diesem Rahmen bis zur ausreichenden Stabilisierung weiterbehandelt werden.
  • Die stationsersetzende Behandlungsdauer durch das AAB-Team ist auf den individuell erforderlichen Zeitraum begrenzt. Nach ausreichender Stabilisierung erfolgt die Überleitung in einen "normalen" ambulanten Behandlungsrahmen durch PIA, Facharzt, Hausarzt.
  • Die Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung bleibt erhalten, ein regressives Milieu wird verhindert.
Inhalte und Ziele der Behandlung können sein:
  • Verhinderung einer stationären Aufnahme
  • Verkürzung eines stationären Aufenthaltes
  • Verhinderung einer Zwangseinweisung
  • Heilung der Erkrankung oder Reduzierung der akuten Krankheitssymptomatik
  • Krisenbewältigung
  • Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der persönlichen Ressourcen
  • Stabilisierung nach der Akutphase und Reintegration in das soziale Umfeld
  • Gezielte Förderung im lebenspraktischen Bereich und im Bereich der sozialen Kompetenzen
  • Vorbeugung gegen Rückfälle
In berufsgruppenübergreifenden Einzel- und Gruppentherapien werden
  • Krankheitskonzepte vermittelt, realistische Selbsteinschätzungen erarbeitet mit dem Ziel der Integration der Erkrankung in das Selbstkonzept
  • Die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente vermittelt
  • Kompetenzen erarbeitet, belastende und entlastende Situationen im Alltag zu erkennen, insbesondere auch Frühwarnzeichen für drohende Krankheitsrückfälle zu erkennen
  • Krisenpläne erarbeitet
  • Bei längerfristigen Beeinträchtigungen die bestehenden Fähigkeiten gefördert sowie kompensatorische Fähigkeiten entwickelt
  • Die Fähigkeit gefördert, angemessene Hilfen rechtzeitig in Anspruch zu nehmen.

Die Planung der Behandlung und Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Patienten. Nach ausreichender Information über die zu Grunde liegende Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten, erfolgt die gemeinsame individuelle Therapieplanung unter Berücksichtigung der aktuellen Beschwerden, körperlicher Begleiterkrankungen, der Lebenssituation sowie der Lebensgeschichte. Hierzu steht ein störungsspezifisches Therapieangebot zur Verfügung:

Einzeltherapeutische Behandlungsangebote:
  • Einzelgespräche mit Arzt/Psychologe
  • Bezugspflegegespräche
  • Einzelfallberatung durch den Sozialpädagogen
  • Angehörigengespräche
  • Angehörigensprechstunde
  • Aufsuchende Arbeit in Form von Hausbesuchen, ggfs. Besuchen am Arbeitsplatz zur Erarbeitung von Problemlösungen vor Ort und zur Krisenintervention
  • Erarbeiten eines Krisenplans
Gruppentherapeutische Angebote:
  • Ärztliche Gesprächsgruppe für Psychoseerfahrene
  • Psycho-edukative Gruppe 
  • Gruppe metakognitives Training 
  • Verhaltenstherapeutische Gruppe Depression
  • Gestaltungstherapie
  • Ergotherapie
  • Achtsamkeitstraining 
  • Entspannungstraining nach Jakobsen
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Arbeitstherapeutisches Training
  • Gartengruppe
  • Bewegungstherapie
  • Freizeitgruppe (Entwicklung/Förderung von Freizeitaktivitäten)
  • Alltagspraktische Kompetenzen (Hausarbeit/Essen/Körperpflege)
  • Kochgruppe
  • Trommelgruppe
  • Schwimmen
  • Lauftreff
  • Tiergestützte Aktivität
  • Patiententreff

Die Anmeldung zur Behandlung erfolgt durch Ihren behandelnden Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten über die hiesige Institutsambulanz oder direkt beim zuständigen Oberarzt der AAB.
In Notfällen erfolgt die Kontaktaufnahme über den diensthabenden Arzt.

Kontakte

AAB P33

Ärztliche Leitung:
Dr. med. Ingrid Ehrich
Pflegerische Leitung:
Rene Danhan

Mo.-Fr.: 08:00-17:00 Uhr
Sa.-So.: 08:00-16:00 Uhr
Tel.: (06181) 296-8330
Fax: (06181) 296-8333

Außerhalb der Dienstzeiten erfolgt im Notfall eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Station P31 bzw. eine Versorgung durch den Dienstarzt der Klinik

Psychiatrische Tagesklinik

Die Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung mit 20 Behandlungsplätzen. Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten eine Anwesenheit in der Tagesklinik zu den Anwesenheitszeiten. Die übrige Zeit verbringen Sie zu Hause in Ihrem gewohnten sozialen Umfeld.

Wir behandeln Menschen mit folgenden Krankheitsbildern:
  • Depressionen
  • Psychosen bzw. Schizophrenien
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Antriebs- und Konzentrationsstörungen

Menschen mit akuter Abhängigkeitserkrankung oder Demenz können in der Tagesklinik nicht behandelt werden.

Die Behandlung kann aus folgenden Therapieelementen bestehen:
  • Einzeltherapien
  • Gesprächsgruppen für verschiedene Krankheitsbilder
  • Gesprächsgruppen mit den Schwerpunkten Arbeitsplatz, Perspektiven, Kommunikation, Sucht, Psychoedukation
  • Ergotherapien einzeln oder in der Gruppe, Arbeitstherapeutisches Training
  • Bewegungstherapien
  • Soziotherapien
  • Entspannungsverfahren mit progressiver Muskelentspannung, Yoga, imaginativen Übungen
  • Medikamenten
  • Visiten und medizinische Betreuung

Während der gesamten Behandlung, also auch am Abend und am Wochenende, ist es nicht erlaubt, Alkohol oder Drogen zu sich zu nehmen. Das Behandlungsteam besteht aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Fachkrankenpflegern und -schwestern für Psychiatrie, Sozio-, Ergo- und Bewegungstherapeuten. Sie sollten in der Lage sein, die Tagesklinik mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Autofahren ist während der gesamten Behandlung nicht gestattet.
Die Anmeldung erfolgt nach telefonischer Kontaktaufnahme in einem ersten Informationsgespräch. Der nächste Schritt ist die Vereinbarung eines Aufnahmetermins für die Behandlung. Eine Krankenhauseinweisung ihres behandelnden Arztes ist dazu notwendig.
Im Aufnahmegespräch oder nach einer Probewoche werden die Ziele der Behandlung gemeinsam festgelegt und die Behandlungsdauer besprochen, sie beträgt durchschnittlich vier bis sechs Wochen.

Kontakte

Tagesklinik

Ärztliche Leitung:
Dr. med. Oliver Lauben
Pflegerische Leitung:
Stefan Müller-Marschhausen

Anwesenheitszeiten:
Mo.-Do.: 08:00-16:15 Uhr
Fr.:         08:00-14:45 Uhr
Tel.: (06181) 296-8200
Fax: (06181) 296-8222

Institutsambulanz

Die Institutsambulanz stellt ambulante Behandlungsangebote in Ergänzung zum Behandlungsangebot der niedergelassenen Psychiater, Psychotherapeuten und Hausärzte. Sie richten sich insbesondere an psychisch erkrankte Menschen mit langfristigen Erkrankungen und Patienten mit komplexen Hilfebedarf sowie Menschen in akuten seelischen Krisen.

Unsere Aufgabe:

Wir bieten ambulante Behandlung

  • für chronisch psychisch Kranke
  • für Patienten mit Mehrfacherkrankungen
  • zur Verhinderung und Verkürzung von stationären Aufenthalten in der Klinik 
  • für Patienten in akuten Krisen
  • zur Verhinderung einer Chronifizierung
  • bei komplexem Hilfebedarf

Nach diagnostischer Abklärung erfolgt die individuell auf die psychischen, sozialen und körperlichen Gegebenheiten abgestimmte Therapie. In Abhängigkeit von der Gesamtproblematik, erfolgt die Behandlung im multiprofessionellem Team, bestehend aus Ärzten, Psychologen, Psychiatrisches Fachpflegepersonal, Ergotherapeuten, Sozialarbeiter und Arzthelferinnen.
Zu den Grundvoraussetzungen zählt hierbei die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzten und Fachärzten sowie den komplementären Einrichtungen. Um der Aufgabe gerecht zu werden arbeitet das Team der Ambulanz mit den Betroffenen zum Teil in Einzelkontakten, zum Teil in auf die jeweilige Erkrankung ausgerichtete spezielle Gruppen. Für Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen gibt es eine spezielle Sprechstunde zur Beratung und Therapieplanung. Zusätzliche gibt es spezifische gruppentherapeutische Angebote.

Kontakte

Ärztliche Leitung:
Dr. med. Oliver Lauben
Pflegerische Leitung:
Nawied Sobhani
Leitung der Anmeldung:
Sabine Bock

Tel.: (06181) 296-8100
Fax: (06181) 296-8111

Psychiatrische Allgemeinstation

Die Klinik gliedert sich in die drei psychiatrischen Allgemeinstationen P30, P31 und P32.
Sie verfügen jeweils über 25 Behandlungsplätze in Zweibettzimmern mit jeweils dazugehöriger Nasszelle und werden offen geführt. Bei Bedarf können die einzelnen Stationen geschlossen werden. Unser Behandlungsteam besteht aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Fachkrankenpflegepersonal, Ergotherapeuten und Bewegungstherapeuten.

Wir behandeln Menschen mit:
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Angst- und Panikstörungen
  • Abhängigkeitserkrankungen und Störungen durch psychotrope Stoffe
  • Akuten seelischen Krisen
  • Depressionen
  • Altersbedingten psychiatrischen Erkrankungen

Die Planung der Behandlung und Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Patientinnen und Patienten.
Nach ausreichender Information über die zu Grunde liegende Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten, erfolgt die gemeinsame Therapieplanung. Über die Durchführung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen entscheiden letztlich die Patientinnen und Patienten selbst.

Ziele der Behandlung können sein
  • Heilung der Erkrankung oder Reduzierung der akuten Krankheitssymptomatik
  • Krisenbewältigung
  • Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der persönlichen Ressourcen
  • Stabilisierung nach der Akutphase und Reintegration in das soziale Umfeld
  • Gezielten Förderung im lebenspraktischen Bereich und im Bereich der sozialen Kompetenzen
  • Vorbeugung gegen Krankheitsrückfälle
In berufsgruppenübergreifenden Einzel- und Gruppentherapien werden:
  • Krankheitskonzepte vermittelt und eine realistische Selbsteinzuschätzung erarbeitet mit dem Ziel der Integration der Erkrankung in das Selbstkonzept
  • die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente vermittelt 
  • Kompetenzen erarbeitet, belastende und entlastende Situationen im Lebensalltag zu erkennen und zu steuern, insbesondere auch Frühwarnzeichen für drohende Krankheitsrückfälle zu erkennen
  • bei längerfristigen Beeinträchtigungen die verbliebenen Fähigkeiten zu erhalten, sowie kompensatorische Fähigkeiten zu entwickeln
  • angemessene Hilfen rechtzeitig in Anspruch zu nehmen.
Einzeltherapeutische Angebote:
  • Einzelgespräche mit Arzt/Psychologen
  • Bezugspflegegespräche
  • Einzelfallberatung durch den Sozialpädagogen
  • Angehörigengespräche
Gruppentherapeutische Angebote:
  • Ergotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Bewegungstherapie
  • Entspannung nach Jakobsen
  • Genusstraining
  • Psycho-edukative Gruppe
  • Ärztliche Gesprächsgruppe für Psychose-Erfahrene
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Kochgruppe
  • Freizeitgruppe

Die Anmeldung zur Behandlung erfolgt durch Ihren behandelnden Arzt, Psychologen oder Psychotherapeuten über die hiesige Institutsambulanz oder direkt auf den Stationen

Kontakte

Station P30

Ärztliche Leitung:
Dr. med. Grit Pilsecker
Pflegerische Leitung:
Nawied Sobhani / Yvonne Jonaczyk

Tel.: (06181) 296-8300
Fax: (06181) 296-8301


Station P31

Ärztliche Leitung:
Dr. med. Astrid Schröter
Pflegerische Leitung:
Stefan Müller-Marschhausen / Verena Kluß

Tel.: (06181) 296-8310
Fax: (06181) 296-8311


Station P32

Ärztliche Leitung:
Said Hooboty Fard
Pflegerische Leitung:
Stefan Müller-Marschhausen / Simone Böcher

Tel.: (06181) 296-8320
Fax: (06181) 296-8322

Hanauer Modell

Modellprojekt zur optimierten Versorgung in der Psychiatrie

Sektorübergreifende Konstanz der Therapiebeziehung

Die Konstanz einer gewachsenen therapeutischen Beziehung zwischen Patient und Behandlungsteam ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche und nachhaltige Behandlung psychischer Störungen. Gerade Patienten mit schweren und chronifizierenden psychischen Störungen haben besondere Schwierigkeiten, die verfügbaren Behandlungsangebote in Anspruch zu nehmen. Die unzureichende Integration ambulanter und stationärer Therapien führt dabei nicht selten zu einer Reduzierung auf die stationäre Behandlung akuter Exazerbationen der Erkrankung gefolgt von einem Behandlungsabbruch im ambulanten Sektor.

Unser Modellprojekt bietet hier das Potential zur Entwicklung flexibler, sektorübergreifender Versorgungsformen. Der Ausbau des ambulanten Spektrums reicht dabei prinzipiell von präventiven, niederschwelligen Behandlungskontakten zur längerfristigen Stabilisierung des Patienten über hochfrequente Kontakte in der Klinik bis hin zur stationsersetzenden, aufsuchenden Behandlung im häuslichen Umfeld bei akuten Krisen. Der Bedarf an teil- und vollstationäre Behandlungen sollte dadurch mittelfristig rückläufig sein. Die Kenntnis des Patienten in seinen verschiedenen  Lebens- und Erkrankungsphasen ermöglicht die differenzierte Beurteilung der erforderlichen Behandlungsintensität vor dem Hintergrund der Lebenssituation des Patienten. Die gewachsene Behandlungsbeziehung trägt zur psychischen Stabilisierung bei. Bei suizidalen Krisen stellen tragfähige Beziehungen den einzigen, längerfristig wirksamen Schutz dar.


Sektorübergreifende Optimierung der Behandlungsprozesse

Über die letzten Jahrzehnte ist auch in der Psychiatrie ein massiver Rückgang der stationären Verweildauern zu beobachten. Die durchschnittliche fallbezogene Verweildauer stationärer Behandlungen pro Jahr liegt heute bei etwa 25% der Vergleichswerte aus 1980. Diese ausgeprägte Reduzierung der stationären Behandlungsdauer pro Fall führt mittlerweile bei einer wachsenden Zahl von Diagnose- und Patientengruppen zu weniger nachhaltigen Behandlungsergebnissen und in deren Folge wieder zu einer Zunahme der stationären Fälle und Behandlungstage pro Patient.

Reduzierte Behandlungstage pro Fall und zunehmende Fallzahl pro Patient haben eine erhebliche Verdichtung des patientenbezogenen Behandlungsaufwands gerade an den Schnittstellen in die und aus der Klinik mit sich gebracht. Diese Entwicklung des realen Leistungsgeschehens wird durch die Psychiatriepersonalverordnung der 90er Jahre seit langem nicht mehr adäquat abgebildet. Die dadurch fehlenden Ressourcen behindern wiederum eine weitere Optimierung der sektorübergreifenden Behandlungsprozesse.

Unser Modellprojekt bietet hier mit seiner Integration ambulanter und stationärer Behandlungen, der Betrachtung der patienten- statt fallbezogenen Aufwände sowie seinen leistungsbezogenen Tagesentgelten einen naheliegenden Ansatz, um die Behandlungsprozesse in Bezug auf den einzelnen Patienten weiter optimieren zu können.

Versorgungsbedarf psychischer Störungen

Die Prognosen der Weltgesundheitsorganisation zur Fallzahlentwicklung psychischer Störungen bis 2020 zeichnen ein dramatisches Bild. Depressive Störungen, Alkoholerkrankungen, Demenz, Schizophrenie und Bipolare Störungen entwickeln sich zu den führenden Diagnosen mit langjähriger und schwerer Beeinträchtigung der betroffenen Patienten. Die Diagnosenverteilungen der letzten Jahre bei Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeitsberentung bestätigten diese Prognosen und zeigen eine weit überproportionale Zunahme psychischer Störungen.

Die Zunahme psychischer Störungen erfordert dringend eine Anpassung der psychiatrischen Versorgungsformen. Ein zunehmender Ausbau integrierter ambulanter und teilstationärer Versorgungsangebote ist notwendig, um optimale, wohnortnahe und ressourcensparende Behandlungen zu gewährleisten und Alternativen zur sonst notwendigen Ausweitung stationärer Versorgungskapazitäten zu entwickeln. Auch in Bezug auf diese Versorgungsnotwendigkeiten bietet das vorliegende Modellprojekt neue Perspektiven zur Erprobung integrierter Versorgungsformen und der dafür erforderlichen Personalentwicklung.

"Enthospitalisierung" und Weiterentwicklung der Mitarbeiter

Die klassische psychiatrische Versorgung ist für die Behandlung akuter Phasen psychischer Störungen häufig auf die stationäre Versorgung fokussiert. Nicht so selten wäre aber alternativ auch eine angemessene oder sogar bessere Behandlung durch stationsäquivalente intensive ambulante Leistungen möglich (Assertive Community Treatment, Case Management, Kriseninterventionsteams, Behandlungen zu Hause). Mit dieser Flexibilisierung der Krankenhausbehandlung kann der Bedarf einer stationären Aufnahme in vielen Fällen deutlich reduziert werden.

Dieser veränderte Behandlungsansatz in unserem Modellprojekt entwickelt ferner das multiprofessionelle Behandlungsteam in der psychiatrischen Versorgung über den stationären Rahmen hinaus. Damit eröffnet sich ein ganz neuer Blick auf die Bedürfnisse des Patienten und seines sozialen Umfeldes. Der Patient wird nicht nur während der Phasen akuter und schwerer Erkrankung wahrgenommen, sondern auch in seinen Lebensbezügen und individuellen Zielen außerhalb der bisherigen Krankenhausbehandlung. Auch für die Einbeziehung von Angehörigen und Umfeld des Patienten eröffnen sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten.

Erfahrungen im europäischen Ausland und aus einigen wenigen Modellprojekten mit einem regionalen Psychiatriebudget in Deutschland zeigen, dass der hier vertretene integrierte Behandlungsansatz in vielen Fällen deutlich besser zur langfristigen Stabilisierung von Menschen mit psychischen Störungen beitragen kann, als die bisherigen stationszentrierten Behandlungsformen in Verbindung mit einer psychiatrischen Institutsambulanz.