Mehr Lebensqualität bei fortgeschrittenem Krebs: Innovative endoskopische Methode am Klinikum Hanau ermöglicht wieder selbstständige Nahrungsaufnahme
Hanau, 19. Februar 2026. Für Patientinnen und Patienten mit Krebs kann bereits das Essen zur Herausforderung werden. Am Klinikum Hanau haben Ärztinnen und Ärzte nun erfolgreich eine neue spezielle endoskopische Behandlung eingesetzt, die einem jungen Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs wieder normales Essen ermöglicht. Ziel der Behandlung war es, eine vom Tumor verursachte Verengung am Magenausgang zu umgehen und dem Patienten wieder eine normale Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Mit der sogenannten endosonographisch (EUS) gesteuerten Gastroenterostomie konnte dem Patienten geholfen werden, ohne dass ein offener chirurgischer Eingriff notwendig war. Bei diesem endoskopisch-minimalinvasiven Verfahren wird ein spezielles Endoskop über den Mund in den Magen eingeführt. Unter gleichzeitiger Ultraschallkontrolle wird anschließend eine neue Verbindung zwischen dem Magen und einem angrenzenden Abschnitt des Dünndarms angelegt. Dadurch kann die Nahrung den durch den Tumor verengten Magenausgang umgehen und wieder ungehindert in den Darm gelangen.
„Gerade bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten mit begrenzter körperlicher Belastbarkeit bietet dieses Verfahren erhebliche Vorteile“, erklärt PD Dr. med. Axel Eickhoff, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie am Klinikum Hanau. „Die Methode ist schonend, vermeidet eine große Operation und ermöglicht häufig eine rasche Wiederaufnahme der oralen Ernährung sowie eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.“ Die EUS-gesteuerte Gastroenterostomie ist ein innovatives, schonendes Verfahren, das vor allem für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit verengtem Magenausgang infrage kommt, bei denen eine Operation mit hohen Risiken verbunden wäre.
Inzwischen wurde dieses überzeugende Verfahren bei mehreren Patienten erfolgreich angewendet. Dies unterstreicht den Anspruch des Klinikums Hanau, innovative Therapien frühzeitig einzusetzen und Patientinnen und Patienten im Rahmen der palliativen Versorgung moderne und individuell abgestimmte Behandlungsoptionen zu bieten.
„Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten auch in schwierigen Lebensphasen bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Dass wir solche innovativen Verfahren hier vor Ort anbieten können, unterstreicht den hohen medizinischen Anspruch unseres Hauses“, betont Stefan Gröger, Geschäftsführer des Klinikums Hanau.
Über die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie
Die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie am Klinikum Hanau bietet ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Diagnose- und Behandlungsspektrum auf universitärem Niveau mit Leuchtturmcharakter für die Region. Behandelt werden Patienten mit allgemein-internistischen Erkrankungen, besonders des Magen-Darm-Traktes (Gastroenterologie), der Leber (Hepatologie) und des Stoffwechsels, einschließlich Diabetes mellitus, sowie mit Infektionen. Die Krankenkassen haben die Klinik auf ihrer Weißen Liste als Referenzzentrum zur Behandlung von Zenker-Divertikeln und Achalasie, einer Erkrankung des unteren Speiseröhrenschließmuskels, ausgewiesen.


