Herzmedizin auf Erfolgskurs: Affera™-Verfahren am Klinikum Hanau mit 100 Behandlungen im ersten Jahr
Hanau, 04. März 2026. Das Klinikum Hanau setzt weiterhin Maßstäbe in der modernen Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen: Als viertes Krankenhaus in Deutschland hat das Klinikum 100 Behandlungen mit dem innovativen Affera™ Mapping- und Ablationssystem innerhalb eines Jahres durchgeführt, insgesamt arbeiten inzwischen 20 Kliniken in der Bundesrepublik mit der zukunftsweisenden Technologie. Die Klinik für Rhythmologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Guido Groschup hatte das System im vergangenen Jahr als eines der ersten Zentren in Deutschland eingeführt, seitdem ist das Verfahren ein fester Bestandteil in der Therapie von Patientinnen und Patienten mit komplexem Vorhofflimmern.
Das Affera™Mapping- und Ablationssystem kombiniert zwei Energieformen in einem System: die moderne Pulsed Field Ablation (PFA) und die klassische Radiofrequenzablation (RF). Ergänzt wird dies durch ein integriertes hochauflösendes 3D-Mapping der Herzstrukturen. Dadurch können selbst komplexe krankhafte Areale im linken Vorhof präzise identifiziert und gezielt behandelt werden. Die Pulsed Field Ablation arbeitet mit elektrischen Feldern, die Herzmuskelzellen besonders selektiv veröden und dabei umliegende empfindliche Strukturen wie Speiseröhre oder Nerven schonen. Die Radiofrequenzablation nutzt hingegen Wärmeenergie, um spezifische Bereiche gezielt zu behandeln. Während früher vor dem Eingriff eine Entscheidung für eine Energieform getroffen werden musste, erlaubt das neue System einen flexiblen Wechsel während der Behandlung. So können die jeweiligen Stärken beider Verfahren optimal genutzt werden. Insbesondere für Patientinnen und Patienten mit komplexem oder mehrfach vorbehandeltem Vorhofflimmern eröffnet diese Technologie neue therapeutische Möglichkeiten.
„Dass wir als viertes Krankenhaus bundesweit die Marke von 100 Eingriffen in so kurzer Zeit erreicht haben, bestätigt unseren Anspruch, innovative Therapieverfahren nicht nur einzuführen, sondern erfolgreich und nachhaltig zu etablieren“, betont Dr. med. Guido Groschup. Auch die Geschäftsführung sieht die Entwicklung als wichtigen Meilenstein: „Die rasche Etablierung des Verfahrens und die hohe Akzeptanz bei komplexen Krankheitsbildern zeigen, dass wir unseren Patientinnen und Patienten hier in Hanau eine moderne und qualitativ hochwertige Versorgung anbieten können“, erklärt Geschäftsführer Stefan Gröger. Mit der erfolgreichen Implementierung des Affera™-Systems stärkt das Klinikum Hanau seine Position als zertifiziertes Vorhofflimmernzentrum in Deutschland.
Über die Klinik für Rhythmologie
Die spezielle Rhythmologie ist ein Teilbereich der Kardiologie und befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Neben der medikamentösen Therapie kann eine Herzrhythmusstörung mit einer elektrophysiologischen Untersuchung und einer damit einhergehenden interventionellen Verödungstherapie (Ablation) dauerhaft behandelt bzw. geheilt werden. Eine solche Therapie wird bei zahlreichen schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen angewandt – dabei werden die krankhaften und zu einer Herzrhythmusstörung führenden Bereiche verödet.
Die Klinik für Rhythmologie stellt eine ideale Ergänzung zur Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin dar und arbeitet mit deren Team Hand in Hand. Die Klinik hält das gesamte Spektrum der interventionellen Elektrophysiologie vor und ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Zentrum zur Behandlung von Vorhofflimmern zertifiziert. Neben der konventionellen Ablation, z.B. bei AV-Knoten-Reentrytachykardien, steht eine 3D-Mappingtechnologie der neuesten Generation zur Behandlung komplexer Rhythmusstörungen zur Verfügung. Dadurch können die Herzkammern originalgetreu abgebildet werden. Zudem können Informationen zur Erregungsausbreitung ebenso wie narbige Veränderungen graphisch dargestellt werden. Dies ermöglicht eine exakte Analyse und Behandlung der vorliegenden Rhythmusstörung unter Berücksichtigung der individuellen Veränderungen des Herzens. Neben der Behandlung von Vorhofflimmern bzw. Vorhofflattern in der linken Vorkammer können damit auch Kammerrhythmusstörungen, z.B. nach einem Herzinfarkt, behandelt werden.


