Erfolgreiches psychiatrisches Versorgungskonzept: Hessisches Gesundheitsministerium informiert sich am Klinikum Hanau über die praktische Umsetzung des Hanauer Modells
Hanau, 13. Juli 2026. Der Bedarf an psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung nimmt weiter zu, gleichzeitig stehen Versorgungseinrichtungen vor der Aufgabe, Patientinnen und Patienten möglichst flexibel und wohnortnah zu betreuen. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Hanau setzt hierfür seit vielen Jahren auf das Hanauer Modell – ein innovatives Versorgungskonzept, das eine sektorenübergreifende und bedarfsgerechte Behandlung ermöglicht. Ziel des Klinikums ist es, dieses bewährte Modell langfristig zu sichern und dazu beizutragen, dass vergleichbare innovative Versorgungsansätze dauerhaft in der Regelversorgung verankert werden.
Dafür braucht es verlässliche politische Unterstützung auf Bundes- und Landesebene. Über die Möglichkeiten einer breiteren Etablierung des Hanauer Modells tauschten sich jetzt die Verantwortlichen des Klinikum Hanaus mit Stefan Sydow, Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung Gesundheit im Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) und Jessica Odenwald (Referentin mit Schwerpunkt psychiatrische Versorgung und Maßregelvollzug) aus.
Seit mehr als zehn Jahren profitieren Patientinnen und Patienten der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Hanau im Rahmen des Hanauer Modells von einem deutlich umfassenderen ambulanten Behandlungsangebot, als es die Regelversorgung ermöglicht. „Unser Konzept der Ambulantisierung verbindet unterschiedliche Behandlungsformen flexibel miteinander – von der Akutbehandlung mit Übernachtung zu Hause bis hin zur aufsuchenden Versorgung im häuslichen Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Schillen, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. „Gerade bei Patientinnen und Patienten mit hohem Unterstützungsbedarf stärkt das Lebensqualität, Teilhabe und Selbstständigkeit und kann stationäre Aufenthalte deutlich reduzieren.“ Die Klinik hat mit diesem Modellprojekt bereits 2013 bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen, als sie als erste Einrichtung in Deutschland einen §64b-Modellvertrag mit den Krankenkassen zur Erprobung innovativer Versorgungsformen abschließen konnte.
Auch Stefan Gröger, Geschäftsführer des Klinikums Hanau, unterstreicht die Bedeutung solcher Konzepte: „Gerade in Zeiten einer umfassenden Transformation des Gesundheitswesens zeigt sich, dass innovative Versorgungsmodelle keine Zukunftsmusik sind – sie funktionieren bereits heute.“

