Darmzentrum

Die Diagnose, Behandlung und Nachbetreuung von Patienten mit Darmkrebs ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe. Am besten wird sie durch ein Spezialisten-Team geleistet, das aus ganz unterschiedlichen medizinischen Disziplinen kommt. Dafür hat das Klinikum Hanau mit dem Darmzentrum die Voraussetzungen geschaffen. Das Darmzentrum wurde Ende 2008 gegründet und zertifiziert.

Hier arbeiten viele Experten unter einem Dach zusammen und bieten so den Patienten kurze Wege, zusätzliche Leistungen und eine optimal abgestimmte Behandlung. Im interdisziplinären Tumorboard besprechen die medizinischen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen zwei Mal wöchentlich jeden Fall individuell. So kann eine auf jeden Patienten zugeschnittene Behandlung erarbeitet werden, die bestmögliche Therapieergebnisse verspricht. Außerdem ist unserem Team der Kontakt mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten wichtig, um für unsere Patienten eine Rundum-Versorgung auch nach einem Eingriff zu sichern.

Unser wichtigstes Anliegen ist, dass sich unsere Patienten in unserem Zentrum gut aufgehoben fühlen und sicher sein können, dass wir uns gut um sie kümmern. Dies betrifft intensive menschliche Zuwendung genauso wie Gespräche vor und natürlich auch nach größeren Eingriffen mit den Betroffenen und ihren Angehörigen.

Als Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke engagiert sich PD Dr. med. Axel Eickhoff besonders für die Darmkrebsfrüherkennung. Einen kurzen Clip der Stiftung finden Sie hier.

Wenn Sie Fragen haben oder noch Informationen brauchen, zögern Sie nicht, uns anzusprechen.

Ihre
Prof. Dr. med. Peter Langer
PD Dr. med. Axel Eickhoff

Leiter des Darmzentrums

Sprechstunden & Kontakt

Koordinator des Darmzentrums
Ansprechpartner:Dr. med. Ralph Siemer
Kontakt:Tel.: (06181) 296-1232
Fax: (06181) 296-4460
Sekretariat Darmzentrum
Ansprechpartner:Luchelle Lammarck
Kontakt:Tel.: (06181) 296-2811
Fax: (06181) 296-2835
E-Mail Kontakt
Zeiten:Mo.-Fr.: 09:00-12:00 Uhr
Allgemeine Ambulanz, prästationäre Operationsvorbereitung
Ansprechpartner:Dr. med. Heide Kraft
Kontakt:Tel.: (06181) 296-2341
Fax: (06181) 296-6140
Zeiten:Mo.-Fr.: 08:00-16:00 Uhr
Hinweis:Bitte kontaktieren Sie die Elektivambulanz wenn Sie:
  • eine Einweisung zu einer Operation haben
  • sich mit einer bekannten Erkrankung zu einer Operation anmelden möchten
  • einen Termin bei einer der Spezialsprechstunden machen möchten
  • zur Terminvereinbarung aller Untersuchungen und Operationen
  • Fragen zur OP-Vorbereitung, Aufnahme und Nachsorge bei stationären Behandlungen haben

Bitte bringen Sie mit:

  • Die Krankenhausverordnung (Einweisung) von Ihrem Hausarzt
  • Ihre Versicherungskarte
  • Befunde und Röntgenbilder
Sprechstunde des Darmzentrums
Kontakt:Tel.: (06181) 296-2341
Zeiten:Mo.: 13:00-14:00 Uhr

Zertifizierungen

Team

Leitender Oberarzt
Dr. med. Ralph Siemer

Qualifikationen
  • Zentrumskoordinator

Fachkoordinatorin
Luchelle Lammarck

Leistungsspektrum

Diagnostik

Die effektivste Methode zur Erkennung des Darmkrebses und zur Vorbereitung einer eventuell notwendig werdenden Operation ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei können zugleich auch Polypen entfernt werden.

Die Innenansicht aus dem Darm wird auf einem Monitor vergrößert dargestellt, so dass die Schleimhaut gut untersucht werden kann. Das Koloskop bietet zugleich die Möglichkeit, Gewebeproben mittels einer kleinen Zange aus dem Darm zu entnehmen. Aus dem Darm entnommene Gewebeproben werden anschließend vom Pathologen unter dem Mikroskop auf etwaige Krebszellen hin analysiert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nicht nur die Frage, ob Krebs vorliegt, sondern auch die Abschätzung der Wachstumsgeschwindigkeit (Grading) und ob ein Einbruch in Lymph- und Blutgefäße vorliegt.

Für die Planung der richtigen Behandlung ist es wichtig, die Ausbreitung des Tumors zu kennen. Hier bieten wir diverse Untersuchungsmöglichkeiten an:

  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax)
  • Ultraschall des Bauchraumes
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Blutuntersuchungen zur Feststellung von z. B. Blutarmut (Anämie) und erhöhten Tumor-Marker (CEA)

Die Sicherheit und Präzision der Diagnose werden erst aus der Gesamtschau vieler Untersuchungsmethoden gewonnen. Für die Therapieplanung und Klärung der Operationsfähigkeit werden die wichtigsten Organe – Herz, Lunge, Niere und Leber – auf ihre Funktion überprüft.

Therapie

Die Darmkrebstherapie hat drei wichtige Säulen, die sowohl einzeln als auch in Kombination eingesetzt werden:

Operation

An operativen Verfahren stehen alle modernen Therapiemöglichkeiten incl. der minimal-invasiven Verfahren (Schlüsselloch-Technik) zur Verfügung.

Die Operation ist in der Regel die einzige Behandlung mit Aussicht auf Heilung des Dickdarmkrebses. Dabei wird der vom Tumor befallene Teil des Darmes, einschließlich einer ausreichenden Sicherheitszone, entfernt. Gleichzeitig beseitigt der Operateur die zu diesem Areal gehörenden Lymphknoten. So soll vermieden werden, dass eventuell schon in die Lymphbahnen gelangte Krebszellen weiter in den Körper transportiert werden können. Anschließend werden die Enden des Darms wieder zusammengefügt, entweder vernäht oder geklammert.

Die Entnahme eines Stückes des Dickdarms ist in den meisten Fällen unproblematisch, da der Dickdarm eine Länge von bis zu eineinhalb Metern hat. In ganz frühen Stadien besteht auch die Möglichkeit den Darmkrebs in Abhängigkeit der feingeweblichen Untersuchung endoskopisch oder als kleine lokale Operation durch den Analkanal im Sinne eines organschonenden Verfahrens abzutragen. Je nach Größe des Enddarmtumors, können der Operation auch eine Bestrahlung und Chemotherapie vorausgehen. Da bei rund einem Viertel aller Darmkrebspatienten schon Metastasen in den Körper und zum Teil andere Organe abgesiedelt sind, können eventuell auch weitere Operationen zur Beseitigung dieser Tochtergeschwülste notwendig sein. Auch Metastasen von Leber und Lunge werden in unserer Abteilung entfernt.

Chemotherapie

Die Gabe von Chemotherapeutika verfolgt in der Behandlung des Darmkrebses drei Ziele:

Vor der Operation dient sie dem Zweck, den Tumor zu verkleinern und so zu einer besseren Heilungsrate zu kommen. Dies wird als neo-adjuvant bezeichnet.

Die adjuvante Chemotherapie soll nach einer Operation nicht erkennbare Krebszellen beseitigen um Rückfälle zu verhindern oder aber das weitere Wachstum vorhandener Krebszellen verzögern. Wurde der Tumor tief im Enddarm entfernt, bietet sich meist eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung an.

Im Falle einer fortgeschrittenen Erkrankung können Chemotherapeutika auch palliativ eingesetzt werden. Dies bedeutet: Eine Heilung ist zwar nicht mehr möglich, aber die Behandlung kann die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern. Chemotherapeutika können sowohl als Infusion als auch als Tablette gegeben werden. Wird ein Tumor frühzeitig entfernt und sind keine Lymphknoten befallen, ist keine Zusatzbehandlung erforderlich.

Bestrahlung

Die Bestrahlung kann vor und nach der Operation eines Enddarmkrebses, meist in Kombination mit der Chemotherapie angewendet werden. Dabei kommt sie schon vor der Operation (neo-adjuvant) zum Einsatz, um den Tumor zu verkleinern, damit er dann operativ besser entfernt werden kann. In Kombination mit Chemotherapie kann die Wirkung der hoch energetischen Strahlen auf den Krebs noch verstärkt werden. In der Regel findet die Operation des Rektumkarzinoms nach einer prä-operativen Behandlung von etwa vier bis sechs Wochen statt. Nach der Operation kommt die Bestrahlung vor allem dann zum Einsatz, wenn mit einem erhöhten Rückfallrisiko gerechnet werden muss.