Pressemeldung vom 2. Oktober 2018

Erfolgreich zertifiziert: Klinikum Hanau bündelt Expertenwissen in neuem Viszeralonkologischen Zentrum


Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) beurkundet Klinikum Viszeral-onkologisches Zentrum mit Darmkrebs- und Pankreaskrebszentrum

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu denen mit der niedrigsten Überlebenschance. Bereits seit 2008 werden Darmkrebspatienten im zertifizierten Hanauer Darmzentrum umfassend und interdisziplinär versorgt. Mit dem neu gegründeten Pankreaskrebszentrum (= Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum) am Klinikum haben nun auch Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine heimatnahe Anlaufstelle, die das gesamte Spektrum der Diagnostik- und Therapieverfahren unter einem Dach bietet. Da beide Zentren ihren Fokus auf Krebserkrankungen im Bauchraum legen, hat das Haus sein Expertenwissen in einem übergeordneten Viszeralonkologischen Zentrum (Viszera = Eingeweide) gebündelt und wurde nun auch von der DKG als solches zertifiziert. „Diese Neuzertifizierung freut mein Team und mich natürlich sehr. Sie macht deutlich, dass wir eine ganzheitliche, interdisziplinäre Patientenversorgung bieten, verifiziert aber auch von externer Stelle die notwendigen infrastrukturellen und operativen Qualitätsstandards“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Langer, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, der zusammen mit dem Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie, PD Dr. med Axel Eickhoff, das Viszeralonkologische Zentrum und das Pankreaskrebszentrum leitet.

Auch der Geschäftsführer des Klinikums, Volkmar Bölke, freut sich über das neu zertifizierte Zentrum: „Von fachübergreifenden Zentren wie dem neuen Pankreaskrebszentrum und dem übergeordneten Viszeralonkologischen Zentrum profitieren vor allen Dingen die betroffenen Patienten. Wir bieten ihnen damit nicht nur eine heimatnahe Versorgung sondern auch kurze Wege bei der individuellen Behandlung, weil alle beteiligten Fachabteilungen unter einem Dach zusammenarbeiten.“ Innerhalb des Zertifizierungsprozesses werden Kliniken evaluiert, die zum einen neben einem zertifizierten Darmzentrum mindestens eine weitere Tumorentität für Bauchorgane vorweisen. Zum anderen muss eine bestimmte Mindestanzahl an entsprechenden Operationen durchgeführt werden. Dabei kommt es vor allen Dingen auf bestimmte Qualitätskriterien an und die Klinik muss nachweisen, dass sie vor allem auch hinsichtlich der Komplikationen strengen Qualitätsanforderungen gerecht wird.

Neben diesem chirurgischen Schwerpunkt der Zertifizierung muss die Klinik außerdem ein Netzwerk zur ganzheitlichen Behandlung der Patienten zur Verfügung stellen. Dort müssen Onkologen, Pathologen, Radiologen sowie die Schmerz- und Strahlentherapie integriert sein. Sie bringen ihr Expertenwissen in viszeralmedizinischen Konferenzen und Tumorboards ein, woraus die behandelnden Ärzte dann ein individuelles Therapiekonzept erarbeiten. Dabei erstreckt sich das Leistungsspektrum von endoskopischen und radiologisch-interventionellen Untersuchungs- und Therapieverfahren bis hin zu komplexen Operationen. Als eine der wenigen Kliniken in Deutschland werden am Klinikum Pankreasoperationen auch mit der sogenannten Schlüsselloch-Technik (laparoskopisch) durchgeführt.

Gerade bei Pankreaskarzinomen kann die passende Behandlung eine Verlängerung der Lebenszeit bedeuten. Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse ist schwer zu diagnostizieren und wird deshalb oft erst spät erkannt. Wegen ihrer besonderen Lage im Oberbauch vor der Wirbelsäule und der Nähe großer Gefäße ist sie nicht leicht zugänglich, weshalb eine präzise Diagnostik und hohe fachliche Kompetenz umso wichtiger sind. Aber auch die Qualitätsstandards bei der Vor- und Nachbehandlung der Patienten fließen in den Zertifizierungsprozess der Deutschen Krebsgesellschaft ein. Die Klinik muss gewisse Untersuchungsmethoden vorweisen, stellt Betroffenen einen Psychoonkologen an die Seite und arbeitet insbesondere in der Nachsorge mit der Ernährungsberatung und dem Sozialdienst des Hauses sowie verschiedenen Selbsthilfegruppen zusammen.