Pressemeldung vom 8. August 2018

Seit zwei Jahrzehnten freiwillige Pfadfinder, Sorgenvertreiber und Zuhörer für die Patientinnen und Patienten 


Ehrenamtlicher Patientenbesuchsdienst am Klinikum Hanau feiert 20-jähriges Bestehen

„Stütze der Gesellschaft“ hat die Süddeutsche Zeitung mal über einem Artikel über das ehrenamtliche Engagement in der Bundesrepublik getitelt. In den letzten 20 Jahren sind die Ehrenamtlichen, die sich im Patientenbesuchsdienst oder am Infopoint engagieren, zu einer Stütze des Klinikums Hanau geworden, die heute nicht mehr wegzudenken ist. Im Rahmen einer Feierstunde sprachen Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender, Claus Kaminsky und Volkmar Bölke, Geschäftsführer des Klinikums, den aktuell 27 Engagierten ihren Dank für zwei Jahrzehnte voller Einsatz aus. „Sich gerade im Krankenhaus ehrenamtlich zu engagieren und es dabei mit kranken, manchmal einsamen und zuweilen sterbenden Menschen zu tun zu haben, heißt auch emotional und psychisch ganz besonders stark gefordert zu sein. Das verdient unseren besonderen Respekt und Anerkennung“, betonte Oberbürgermeister Kaminsky und Geschäftsführer Volkmar Bölke ergänzte: „Der tägliche Spagat zwischen notwendiger medizinischer und pflegerischer Versorgung und der Zuwendung in der fremden Umgebung durch das Besprechen von Ängsten und Sorgen ist ein wichtiger Teil im Umgang mit Patienten. Dass das Team des Besuchsdienstes unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützt, ist eine wunderbare Sache für das Klinikum.“

Die Sprecherin des Besuchsdienstes, Beate Funck, bedankte sich im Namen des Teams beim Klinikum: „Wir haben uns von Anfang an in unserer Arbeit von Seiten des Klinikums wertgeschätzt gefühlt; auch diese Tatsache hat uns immer wieder Kraft verliehen, weiterzumachen.“ Um das Erlebte und Erreichte der vergangenen 20 Jahre nochmal in Erinnerung zu rufen, überreichten Kaminsky und Bölke allen Engagierten neben einem Blumenstrauß auch eine zum Buch gebundene Chronik mit allen wichtigen Meilensteinen der Arbeit des Patientenbesuchsdienstes.

Geduldige Zuhörer

Alles begann 1998 mit der Idee der fünf Gründerinnen Regine Boh, Beate Funck, Marion Klüh, Ursula Müller und Erika Siegert, mit der sie an den damaligen Bürgermeister und Krankenhausdezernenten Kaminsky herantraten: Sie wollten sich gern ehrenamtlich im Klinikum engagieren. Zeit schenken, hinhören, einfühlen und informieren waren dabei die wesentlichen Grundideen, um den Patienten im Hanauer Klinikum den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Dazu besuchen sie sie einmal wöchentlich auf den Stationen. Die Helferinnen nehmen sich dabei viel Zeit, widmen sich den persönlichen Anliegen der Patienten, nehmen Anteil und hören zu. „Mit dem ehrenamtlichen Engagement im Klinikum leisten die Damen seit Jahren einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich Patienten und Angehörige in einer für sie oft schwierigen Situation wohl und angenommen fühlen“, unterstreicht Alice Berg-Geringswald, die zu Beginn als Pflegedienstleiterin der direkte Kontakt ins Klinikum war, die Gruppe dann zunächst hauptamtlich und mittlerweile ehrenamtlich intensiv betreut und sich um die Koordination kümmert.

Sorgenvertreiber

Den Klinikalltag für ein paar Stunden vergessen und Sorgen vertreiben: auch das hat sich der ehrenamtliche Patientenbesuchsdienst zur Aufgabe gemacht und im Lauf der vergangenen zwei Jahrzehnte immer mit kleineren und größeren Projekten dazu beigetragen. Frühjahrskonzerte im Klinikum oder die Bilderaktion, mit der Patientenzimmer und Aufenthaltsräume verschönert wurden, sind nur zwei Beispiele dafür. Auf Initiative der Ehrenamtlichen ist außerdem eine kleine Patientenbibliothek entstanden, die regelmäßig mit Lesestoff nachgefüllt wird. Aber auch die Gruppe selbst bildet sich in einem jährlich abgestimmten Fortbildungsprogramm immer weiter, um das Klinikum noch besser kennenzulernen und im Umgang mit speziellen Patientengruppen, wie beispielsweise Demenzkranken, eine angemessene Herangehensweise parat zu haben.

Pfadfinder

Auf welcher Station liegt mein Angehöriger und wie komme ich dorthin? Wo muss ich lang, wenn ich zum MRT muss? Wie komme ich in die richtige Fachabteilung für meine Beschwerden? Eine Klinik kann für Patienten und Besucher trotz Beschilderung manchmal ein ziemliches Wege-Dickicht sein. Um genau an dieser Stelle helfen zu können, wurde auf Anregung des Patientenbesuchsdienstes 2007 der erste Infopoint eingerichtet, der nach dem Umzug in das neue Hauptgebäude 2012 direkt an die Rezeption gekoppelt wurde. Das Team hat dort einen festen Platz und gibt Auskunft über relevante Ansprechpartner in den Fachabteilungen, verweist an die richtigen Stellen und informiert, wie man auf direktem Weg dorthin gelangt. Und wenn es gebraucht wird, begleiten sie Patienten oder Besucher auch persönlich.

Nachwuchs gesucht

„Die Hilfe unseres ehrenamtlichen Teams ist für die Patienten eine große Stütze. Denn für einen kranken Menschen ist es wichtig zu wissen, dass jemand da ist, der sich Zeit für ihn nimmt. Gerade deshalb liegt es uns allen am Herzen, dass dieses ehrenamtliche Engagement immer weiter geführt wird und sich junge und ältere Frauen und Männer bereit erklären, zu helfen. Wir freuen uns, wenn sich unsere aktuell rein weibliche Runde noch weiter vergrößert“, wirbt Beate Funck um Nachwuchs. Wer sich beim Besuchsdienst oder am Infopoint ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich daher gern telefonisch unter (06181)-296-0 oder direkt am Infopoint des Klinikums für weitere Informationen melden.