Pressemeldung vom 2. Juli 2018

Ein bisschen wie nach Hause kommen: Frankfurter Familie besucht ein Jahr später nochmal die Neonatologie


Nach komplizierter Anfangszeit kommen Zwillingsfrühchen mit ihren Eltern zurück ans Klinikum Hanau, um sich beim Team für die gute Betreuung zu bedanken.

Dass Enno und Mats mal eine Frühgeburt werden, wussten ihre Eltern von Anfang an. Bereits ab der 17. Schwangerschaftswoche (SSW) lag Mama Maren wegen eines Blasensprungs in einer Frankfurter Klinik. Neun Wochen später, am 22. Juni 2017, musste dann alles ganz schnell gehen: Weil in Frankfurt keine Betten auf der Frühchenintensivstation mehr frei waren, wurde die angehende Familie zur Geburt ins Hanauer Klinikum verlegt, bereits eine Stunde nach der Ankunft kamen Enno und Mats per Kaiserschnitt zur Welt und wurden zunächst auf der neonatologischen Intensivstation versorgt. Kurz vor dem ersten Geburtstag der Zwillinge, kam die junge Familie nochmal zurück nach Hanau, um sich beim Team der Neonatologie um Sektionsleiter Dr. med. Bernhard Bungert für ihre Fürsorge zu bedanken. „Auf der Fahrt von Frankfurt hierher, haben wir uns richtig gefreut, nochmal herzukommen – das ist ja für ein Krankenhaus eher ungewöhnlich“, erzählt Mama Maren. „Das war ein bisschen ein Gefühl von nach Hause kommen“, sagt sie weiter.

Als Perinatalzentrum der höchsten deutschen Versorgungsstufe (Level I) ist das Eltern-Kind-Zentrum am Klinikum speziell auf solche Fälle ausgerichtet. Hier können sehr kleine Frühgeborene, wie Enno und Mats, die in der 26. SSW das Licht der Welt erblickten, bestmöglich versorgt werden und auch die Eltern bekommen insbesondere von den Neonatalbegleiterinnen die Unterstützung, die sie in dieser schwierigen Zeit brauchen. „Wir haben uns während der rund vier Monate im Klinikum immer sehr gut aufgehoben gefühlt, das gesamte Team war herzlich und freundlich. Da war es für uns dann gar nicht mehr schlimm, dass jetzt Hanau im Pass der beiden Kleinen steht“, lacht Papa Hendrik.

„Als zertifiziertes Perinatalzentrum arbeiten wir in der medizinischen Versorgung natürlich nach den gesetzlichen Vorgaben. Solche Begegnungen und Berichte von Eltern zeigen uns dann aber, dass wir mit der Betreuung, Menschlichkeit und Zuwendung eine besondere Note für unsere kleinsten Patienten und ihre Eltern setzen“, ergänzt Dr. med. Bernhard Bungert, Sektionsleiter der Neonatologie. „In der Zeit auf der Intensivstation werden wir mit den Eltern oft wie eine große Familie, die die Fortschritte der Kleinen miteinander teilt, aber natürlich auch all die Schmerzen“, so Bungert weiter. Während der Zeit im Klinikum bekam Enno dann noch eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC), eine entzündliche Erkrankung der Darmschleimhaut, die oft typisch ist bei extrem frühgeborenen Kindern. Für die OP wurde der Kleine nach Frankfurt in die Uniklinik verlegt, die Eltern standen dann vor der Frage, ob Mats ebenfalls nach Frankfurt verlegt wird oder ob Enno zurück nach Hanau kommt. „Für uns stand gar nicht mehr zur Debatte, Mats verlegen zu lassen, sondern uns war klar, dass Enno wieder ins Klinikum soll“, erklärt die Mama der Zwillinge. Enno war allerdings kaum wieder in Hanau angekommen, da verschlechterte sich seine Lage wieder so sehr, dass er direkt wieder nach Frankfurt für eine weitere Operation gebracht werden musste, während sein Brüderchen in der Brüder-Grimm-Stadt blieb. Anfang November wurde Enno aus der Klinik entlassen, mittlerweile halten die beiden aufgeweckten Jungs ihre Eltern ganz schön auf Trab. Besonders bemerkenswert: Mama Maren hat auf Ermutigung des Hanauer Teams hin die ersten sechs Monate gestillt, das ist für Frühchen besonders wertvoll. Muttermilch ist die optimale Ernährung, da sie nahezu vollständig auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt ist und durch spezielle Proteine und hormonelle Substanzen die kindliche Entwicklung positiv beeinflusst.

„Uns ist wichtig, gerade auch für Frühcheneltern diese schwierige Zeit erträglich und organisatorisch so einfach wie möglich zu machen“, erklärt Neonatalbegleiterin Christina Sünder-Kühn, die sich noch gut an die Zeit mit der Familie auf Station erinnert. Aus diesem Grund hat das Klinikum jetzt speziell für Eltern von Frühgeborenen im neuen Klinikparkhaus Ecke Leimenstraße/Mühlstraße ein gesondertes Parkticket für 25€/Woche entwickelt. Gerade in solchen Fällen verbringen die Eltern viel und oft auch lange Zeit in der Klinik, da sind speziell ausgeschriebene und vergünstigte Parkplätze in unmittelbarere Nähe eine kleine Entlastung.