Gynäkologie

Operationen
Jährlich werden in unserer Abteilung mehr als 2.000 Eingriffe vorgenommen. Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist wesentlicher Bestandteil des interdisziplinären onkologischen Schwerpunktes des Klinikum Hanau.
So werden zum Beispiel rund 200 Patientinnen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs pro Jahr behandelt.
Zirka 70 Prozent dieser Patientinnen können bereits primär brusterhaltend operiert werden. Bei weiteren zehn Prozent ist eine Wiederherstellung der Brust in derselben oder in einer folgenden Operation möglich. Es werden alle Verfahren der wiederherstellenden plastischen Chirurgie, gegebenenfalls auch in Zusammenarbeit mit einem Facharzt für Plastische Chirurgie (Dr. med. Mirko Sebastian Przybilski), durchgeführt.

Neben der Diagnostik und Therapie des Brustkrebses werden an der Frauenklinik auch alle weiteren frauenspezifischen Tumoren umfassend behandelt. Der Chefarzt der Frauenklinik, PD Dr. med. Thomas Müller, verfügt mit dem Nachweis der fakultativen Weiterbildung „Spezielle operative Gynäkologie" über eine besondere Erfahrung auf diesem Gebiet.

Schlüsselloch-Chirurgie
An unserer Klinik wird das gesamte Spektrum der endoskopischen Operationen im Sinne minimal-invasiver Chirurgie („Schlüssellochschirurgie") durchgeführt. Somit sind Operationen an den Eierstöcken, Eileitern und auch die Gebärmutterentfernung heute auf diesem Wege möglich. Ebenso sind auf dem Wege der Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) Diagnose und Therapie unklarer Befunde (z. B. Blutungsstörungen, Abklärung bei Kinderlosigkeit (Sterilität) problemlos durchzuführen. Für die Patientinnen bedeutet dies eine erheblich schnellere Erholung nach der Operation und eine kürzere Liegezeit in der Klinik.

Senkungsbeschwerden und Inkontinenz
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Abklärung und Therapie von Senkungsbeschwerden und Blasenschwäche (Inkontinenz). Hierzu verfügen wir über einen so genannten Urodynamischen Messplatz (Blasendruckmessung) und weitere diagnostische Methoden wie Ultraschall und radiologische Untersuchungstechniken. In der Frauenklinik setzen wir differenzierte Behandlungstechniken bis hin zur Operation ein.

Onkologie
Ein Schwerpunkt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe ist die Diagnostik und Therapie bösartiger Erkrankungen.
Alle medikamentösen Behandlungsarten der Hormon-, Chemo- und Immuntherapie werden angeboten. Vor (neoadjuvant) und nach (adjuvant) entsprechender Operation werden in unserem Hause alle zurzeit als „State of the Art" (Stand des Wissens) definierten Chemotherapien durchgeführt. Durch Beteiligung an nationalen und internationalen Therapiestudien können wir unseren Patientinnen heute schon Therapiemöglichkeiten von morgen anbieten.

Einmal wöchentlich finden prä- und postoperative interdisziplinäre Tumorkonferenzen statt. Dabei werden die weiteren Behandlungsschritte mit den Kollegen der Radiologie, Pathologie, Nuklearmedizin, Internistischen Onkologie sowie Strahlentherapie besprochen. Zu diesen Konferenzen ist der jeweils betreuende Frauenarzt ebenfalls eingeladen. Somit kann jede Patientin sicher sein, dass die für sie festgelegte Therapie wohl überlegt und gut begründet ist.

Das Klinikum Hanau hat jetzt einen neuen Test eingeführt, der vielen Frauen mit Brustkrebs eine Chemotherapie erspart. Im zertifizierten Brustzentrum Hanau werden jährlich mehr als 170 Frauen mit einem Mammakarzinom operiert. Rund 80 Prozent davon (knapp 130 Frauen) kommen auf Grund ihres Krankheitsstadiums für den Test in Frage. Es ist zu erwarten, dass das Prognose-Verfahren rund 85 Frauen aus dieser Gruppe - also rund zwei Drittel - eine belastende und langwierige Chemotherapie ersparen kann. Und Ende 2010 hat auch die erste Krankenkasse  zugesagt, ihren Versicherten die Testkosten zu bezahlen. Der uPA/PAI-1-Test ist das erste wissenschaftlich abgesicherte Diagnoseverfahren seiner Art.

Seit 2004 steht den Patientinnen des Klinikums die neu etablierte Klinik für Strahlentherapie unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. med. Dietmar Zierhut zur Verfügung.

Tumornachsorge:
Wurde eine Tumorerkrankung in unserer Klinik behandelt, so sind in Zusammenarbeit mit und nach Überweisung durch Ihren Frauenarzt Tumornachsorgeuntersuchungen bei uns möglich. Diese erfolgen entsprechend aktuellster Empfehlungen der Fachgesellschaften. Falls notwendig werden weiterführende Untersuchungen, wie z. B. Sonographie, Computertomographie oder Kernspintomographie veranlasst.

Alle unsere Patientinnen, die im Rahmen von Therapiestudien in unser Klinik mit innovativen Medikamenten behandelt wurden oder noch behandelt werden, werden über unsere Tumorsprechstunde weiterhin betreut.

Wichtig ist uns der enge Kontakt zu den Selbsthilfegruppen. Im Rahmen des Projekts „Lebendige Perspektiven" richten wir in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen regelmäßige Informationsveranstaltungen aus.

Rehabilitation:
Gemeinsam mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs bieten wir unter dem Projektnamen „Lebendige Perspektiven" Rehabilitation für Krebspatientinnen an.

Zum Programm gehören:

  • Bewegungstherapie (Gymnastik, Wassergymnastik)
  • Musiktherapie
  • Tanztherapie
  • Kunsttherapie
  • Ernährungsberatung
  • Psychosoziale Betreuung

Das Projekt stellt eine Ergänzung zur stationären und regulären Therapie dar. Ziel ist es, durch Aktivitäten in der Gruppe das eigene Selbstbewusstsein wiederzugewinnen und den Austausch mit anderen anzubieten. Weitere Informationen erhalten Sie über unsere onkologische Tagesklinik (Tel.: 0 61 81 / 296 - 25 21).