Wie wir behandeln 

Interventionelle Therapie

Was ist darunter zu verstehen?
Interventionelle Radiologie heißt frei übersetzt „Eingreifende Radiologie",
d. h. der radiologisch tätige Arzt wird aktiv in den Behandlungsprozess einbezogen.

Welche Verfahren werden in der Abteilung durchgeführt?

  • Zur Behandlung von Verengungen der Schlagadern wird die Percutane transluminale Angioplasthie (PTA) durchgeführt, in Einzelfällen ergänzt durch eine Stent-Einbringung. Zur Therapie von Gefäßverschlüssen erfolgt in akuten Fällen die percutane Aspirationsembol-Ektomie bei wenige Wochen bestehenden Verschlüssen zusätzlich eine Lysetherapie.
  • Bei Blutungen kann in bestimmten Fällen eine Embolisation durchgeführt werden.

Da die Indikationsstellung individuell erfolgen muss und eine Nachbetreuung erforderlich ist, werden bei uns alle angegebenen Verfahren nur in enger Zusammenarbeit mit der Chirurgischen und Internistischen Klinik unseres Hauses unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Percutane transluminale Angioplasthie (PTA)
Diese Methode ermöglicht es unter Verwendung spezieller Katheter und Sonden Engstellungen oder Verschlüsse im Bereich von Körperschlagadern (Arterien) zu beseitigen, die im Zusammenhang mit einer arteriellen Verschluss-Krankheit, periphere AVK oder auch „Schaufensterkrankheit" genannt, auftreten. Ziel der PTA ist es, die Durchblutung zu verbessern.

Wie wird die PTA durchgeführt?
Nach einer örtlichen Betäubung - in der Regel im Bereich einer Leiste - wird ein kurzer Katheter (Schleuse) in die Leistenschlagader eingeführt. Über die Schleuse wird dann zunächst das Gefäßsystem der zu behandelnden Region dargestellt und die Engstelle oder der Verschluss lokalisiert. Unter Verwendung einer Führungssonde (flexibler Draht) und eines speziellen Ballonkatheters wird die Engstelle unter Ausdehnung des Ballons beseitigt.
In vielen Fällen wird zusätzlich zur Dilatation ein so genannter Stent (Gefäßstütze) eingeführt. Der Stent ist ein maschendrahtähnliches Metallgebilde aus Edelstahl, das im Bereich der Gefäßengstelle freigesetzt wird. Der Stent bewirkt eine innere Stabilisierung des aufgedehnten Gefäßabschnittes bei elastischen Stenosen, Verkalkungen und Gefäßwandeinrissen.

An der Nierenschlagader können Gefäßengstellen (Stenosen) erhöhten, medikamentös schlecht einstellbaren Blutdruck bewirken oder zu einem Organfunktionsverlust führen. Die Behandlung der Nierenarterienstenose mittels PTA und Stent-Implantation kann hier zu einer Funktionsverbesserung der betroffenen Niere führen und eine Senkung des erhöhten Blutdruckes bewirken. Abgangsengstellen der Nierenschlagader können eventuell nur effektiv unter Verwendung von Stents beseitigt werden. Im Fall einer Einzelniere kann hierdurch eine drohende Dialysebehandlung vermieden werden.
Bei bestimmten Patienten werden auch im Bereich der Halsschlagadern Engstellen beseitigt und Stents eingebracht, so dass entsprechende Operationen vermieden werden.

Durch interventionelle Techniken lassen sich auch krankhafte Gefäßerweitungen (Aneurysmen) ausschalten. Dieses erfolgt durch Stents, die mit einem Kunststoffgewebe überzogen sind (gecoverte Stents). Stent-Behandlungen von großen Aneurysmen in der Bauchschlagader erfolgen gemeinsam mit der Chirurgie im Operationssaal.

Was wird bei Gefäßverschlüssen getan?
Akute embolische Gefäßverschlüsse, die z. B. bei bestimmten Rhythmusstörungen des Herzens auftreten, lassen sich ebenfalls interventionell durch Absaugen der Gerinnsel aus dem Gefäß unter Verwendung spezieller Katheter beseitigen (percutane Aspirationsembolektomie bzw. -thromektomie (PAT)).
Kurzstreckige ältere (mehr als 4 Wochen) Gefäßverschlüsse lassen sich meist mit gutem Erfolg interventionell wiedereröffnen. Hierzu wird der Verschluss unter Röntgenkontrolle mit einem Draht durchstoßen und der durch den Draht gebildete Kanal stufenweise mit einem Ballonkatheter aufgedehnt.
Im Einzelfall müssen Gefäßverschlüsse auch durch Anwendung von Gerinnsel-auflösenden Substanzen beseitigt werden. Hierzu werden Spezialkatheter in den Verschluss eingelegt und die Gerinnsel-auflösende Substanz in kleinen Mengen mit hohem Druck (Pulsspray-Lyse) in das Gerinnsel eingebracht oder als lokale und regionäre Lyse langsam und kontinuierlich in das Gerinnsel infundiert. Diese Behandlung kann auch in Verbindung mit der PAT eingesetzt werden. Die beschriebenen interventionellen Therapieverfahren können im Einzelfall alternativ zur Gefäßoperation eingesetzt werden.

Welche weiteren Verfahren gibt es?
Ebenfalls durch minimal invasive Katheter-Techniken (Embolisation) lassen sich im Einzelfall Blutungs-Quellen verschließen. Dies erfolgt unter Verwendung kleiner Metallspiralen (Coils) die über Katheter in das blutende Gefäß freigegeben werden und sich hier zu den Knäuels verformen, z.B. bei Blutungen in schlecht zugänglichen Gefäßregionen, z B. bei blutenden Gefäßfehlbildungen des Darmes und blutenden Lungentumoren.
In Verbindung mit der Gynäkologischen Klinik unseres Hauses führen wir auch selektive Katheter-Chemotherapie-Behandlungen z. B. von Tumoren der Leber oder bei Wiederauftreten eines Tumorknotens nach bereits erfolgter Behandlung eines bösartigen Brusttumors.