Pressemeldung vom 8. Dezember 2011

Neue Elternschulkurse sehr beliebt


Zwei Teilnehmerinnen kommen zum Fazit: „Das Angebot hätte es schon früher geben sollen"

„Die Zeit ging so schnell um, darum haben wir eine Stunde länger als geplant gemacht" erzählt Nathalie Neidhardt die am Kurs „Spagat der elterlichen Gefühle mit dem zweiten Kind" teilgenommen hat. Sie selbst hat durch den Kurs erkannt: „Vielen Müttern geht es wie mir". Ulrike Troxel schildert ähnliches, obwohl sie bei einem ganz anderen Kurs anwesend war. Mit 15 anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat sie sich beim Großelternkurs ausgetauscht. Die Leiterin der Elternschule des Mutter-Kind-Zentrums Hanau Hebamme Martina Craatz freut sich, dass die zwei neuen Kursangebote so gut ankommen.

Die Elternschule des Klinikums Hanau hat ihr Angebot durch die neuen Kurse auf mittlerweile 21 unterschiedliche Veranstaltungen erhöht. „Und trotzdem gibt es immer neue Themen bei denen werdende oder frischgebackene Eltern und auch mal Großeltern unserem Rat benötigen" berichtet Martina Craatz.

Nathalie Neidhardt hätte sich einen Kurs zur Lösung von Konflikten, die mit ihrem zweiten Kind in die Familie gekommen sind, schon eher gewünscht. Ihr Themenvorschlag wurde von Martina Craatz aufgenommen und umgesetzt. Die Familie hatte mit der starken Eifersucht ihres Erstgeborenen zu kämpfen. „Das war für mich eine enorme Belastung im Alltag". Dabei, erklärt die Mutter, sei das Kursangebot der Elternschule so wichtig: „Zu wissen, dort gibt es Hilfe - schnell und unbürokratisch - das nimmt einem die Angst". Sich mit anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, auszutauschen sei eine enorme Hilfe. Allein der Satz „Ich verstehe dich" gäbe so viel Mut.

Der Kurs: „Spagat der elterlichen Gefühle" soll Müttern und Vätern eine Gesprächsplattform geben. Inhalte können die mögliche Eifersucht des Erstgeborenen und der richtige Umgang der Eltern mit ihrem Kind sein. Aber auch über ganz persönliche Fragen wie z.B. „Kann ich mein zweites Kind genauso lieben wie mein erstes?" können sich die Eltern intensiv austauschen. Weiterhin werden Themen wie: die Strapazen der ersten Geburt, miteinander besprochen, um zu klären: „Möchte ich überhaupt eine zweite Schwangerschaft und ein weiteres Kind". Ruth Franke von der Familienberatungsstelle der Stadt Hanau unterstützt die Gesprächsteilnehmenden bei der Entwicklung von eigenen Lösungen für ihre Probleme.

Der Großelternkurs der ebenfalls als Pilotprojekt lief, konnte noch eine größere Resonanz vorweisen. Die 16 Teilnehmenden sprengten fast den runden Gesprächstisch in den Kursräumen der Elternschule. Ulrike Troxel berichtet von der bunten Mischung der Anwesenden, aus denen rund die Hälfte werdende Großeltern und die andere Hälfte schon erfahrene Großeltern waren. Themen wie die „Säuglingspflege heute" interessierten die werdenden Omas und Opas besonders. Aber auch erfahrene Großeltern wie Ulrike Troxel konnten hier noch etwas lernen. So erfuhr sie durch Hebamme Gundula Blohm, dass sie ihren Kindern Unrecht getan hatte, wenn sie sich über den 1 wöchigen Turnus der Badetage wunderte. Schließlich hätte man ein Baby zu ihren Zeiten noch fast täglich gebadet.
„Ich war immer etwas unsicher ob ich alles richtig mache. Doch die Konfliktberaterin Monika Thiel und die anderen Großeltern haben mich bestärkt, dass es der richtige Weg sei, sich anzubieten aber nicht aufzudrängen" berichtet die Kursteilnehmerin. Selbst im Flur hätten sich die Teilnehmenden nach dem Kurs noch weiter ausgetaucht. „Die 2,5 Stunden gingen unglaublich schnell um" berichtet Ulrike Troxel und endet ebenfalls mit dem Fazit: „Diesen Kurs hätte es schon eher geben sollen".