Pressemeldung vom 1. Dezember 2011

Vierlinge im Mutter-Kind-Zentrum Hanau


Im Minutentakt erblickten Vierlinge in der Nacht zum 29. November 2011 im Klinikum Hanau das Licht der Welt. Der Mutter Sevim Basbaydar (45) und Kindern, zwei Jungen mit den Namen Miraç und Delil und zwei Mädchen namens Halidenaz und Hiranur, geht es gut. Die Babys sind stabil und liegen auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation. „Auch die Mutter hat den nächtlichen Kaiserschnitt gut überstanden", strahlt der Ärztlicher Direktor des Klinikums Hanau Dr. André Michel. Die Vierlinge wurden zwischen 04.47 und 04.50 Uhr geboren und wiegen zwischen 1100 und 1200 Gramm. Der stolze Vater Ahmet Basbaydar (37) freut sich über seine neue Großfamilie.

Der Kaiserschnitt konnte dank guter Vorbereitung eines großen Teams ohne Komplikationen vom Chefarzt der Frauenklinik Privatdozent Dr. med. Thomas Müller durchgeführt werden. Eine Vierlingsentbindung ist eine logistische Herausforderung: Insgesamt waren über 20 Personen des Mutter-Kind-Zentrums Hanau beteiligt. Dazu gehörten 10 Ärzte sowie spezialisierte Pflegekräfte aus Frauenklinik, Kinderklinik, Anästhesie und natürlich Hebammen. Die Beteiligten befanden sich nach mehreren Vorbesprechungen seit Wochen in Rufbereitschaft um sofort ins Klinikum zu kommen falls es los geht. So wie es dann auch mitten in der Nacht geschah, als sich die Mutter gegen 1.30 Uhr mit Blasensprung und beginnender Wehentätigkeit meldete. Unter den an der Geburt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war ein Codewort vereinbart, das ihnen eine schnelle Einfahrt und problemloses Parken auf dem Klinikgelände ermöglichte. Beim Passwort „Christkind" wussten alle Bescheid: „Es ist soweit". Auch die Namen der vier neuen Erdenbürger haben für die Eltern eine besondere Bedeutung. Die kleine Halidenaz ist nach ihrer Großmutter benannt. Der Name des kleinen Miraç bedeutet „Himmelfahrt", Delil bedeutet „Der Beweis" und die kleine Hiranur („Licht, Helligkeit") trägt den Namen eines großen Berges im Koran. Krystyna Sedkowska-Mustafa, eine Hebamme des Klinikums hat für die Vierlinge bereits kleine Mützchen und Söckchen gestrickt. Diese konnten trotz des vorzeitigen Blasensprungs noch in letzter Minute fertig gestellt werden.

Mehrlingsgeburten sind in jedem Perinatalzentrum noch etwas Besonderes, Vierlingsgeburten aber tatsächlich sehr selten. Eine Mitarbeiterin der Geburtshilfe, die seit 40 Jahren im Klinikum tätig ist, erinnert sich an keine Vierlingsgeburt in Hanau. Natürliche Vierlingsschwangerschaften haben eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 614 000. Unsere Vier sind in der 28. Schwangerschaftswoche und damit rund 12 Wochen zu früh auf die Welt gekommen. „Vierlinge werden immer frühgeboren, die Risiken sind vielfältig" erklärt Chefarzt PD Dr. Thomas Müller. Das Mutter-Kind-Zentrum Hanau ist als einziges Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) im Main-Kinzig-Kreis spezialisiert auf die Entbindung von Mehrlingen und Risikoschwangerschaften, wie z. B. bei Diabetes, Fehlbildungen, Wachstumsverzögerung des Kindes oder Frühgeburtlichkeit. Aber auch bei normaler Schwangerschaft schätzen viele Eltern diese Rundumversorgung und entscheiden sich für eine Entbindung im Klinikum Hanau. Von dem hohen Qualitätsstandard profitierten auch das Ehepaar Basbaydar aus Hanau und ihre Vierlinge. Der Leiter der Neugeborenenmedizin Dr. Bernhard Bungert freut sich mit seinem Team über den stabilen Zustand der vier Geschwister und hofft, dass die nächsten Wochen nur positive Entwicklungen bringen.

Im Mutter-Kind-Zentrum Hanau gab es am gleichen Tag fünf Geburten und noch zwei weitere Kaiserschnitte. So kommt es, dass die Früh- und Neugeborenenintensivstation des Mutter-Kind-Zentrums gleich fünf neue Minipatienten dazu bekommen hat, denn direkt nach den Vierlingen wurde noch einem nur 610 g schweren Jungen per Kaiserschnitt ins Leben geholfen. Alle Frühchen werden nun rund um die Uhr vom Team der Kinderklinik betreut. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums und hoffentlich die ganze Stadt drücken allen unseren neuen kleinen und kleinsten Erdenbürgern die Daumen, denn neben medizinischer Spitzenleistungen gehört auch immer etwas Glück dazu.