Pressemeldung vom 9. Mai 2018

Klinikum Hanau informiert zum Welt-Eierstockkrebs-Tag: Eine häufig unbekannte Erkrankung, die meist erst spät erkannt wird


Die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs macht mit zahlreichen Informationsangeboten am 13. Mai auf die Tumorerkrankung aufmerksam.

Jährlich erkranken rund 7.500 Frauen in Deutschland neu an Eierstockkrebs. Somit ist das sogenannte Ovarialkarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Etwa eine von 68 Frauen ist betroffen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 65 Jahren, eine Erkrankung vor den Wechseljahren ist ungewöhnlich aber trotzdem möglich. Die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs hat es sich auf Grund der nicht zufrieden stellenden Langzeitergebnisse zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung aufzuklären, zu sensibilisieren und die Forschung zu stärken und veranstaltet deshalb seit 2013 jährlich den Welt-Eierstockkrebs-Tag. Da im frühen Stadium der Erkrankung kaum Symptome auftreten ist eine Diagnose meist schwierig, die empfohlene jährliche Vorsorgeuntersuchung mittels Ultraschall dafür umso wichtiger. Eine sichere Früherkennungsuntersuchung, wie für Brust- oder Gebärmutterkrebs, gibt es aktuell allerdings nicht. Große Reihenuntersuchungen an hunderttausenden von Frauen zeigten, dass trotz regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durch vaginalen Ultraschall, Tumormarkerbestimmungen aus dem Blut und regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen es nicht gelang, frühe Stadien ausreichend zu erkennen. Die Eierstöcke haben anatomisch eine Verbindung mit der Gebärmutter und den Eileitern, aber die Krebszellen sind meist in der Bauchhöhle. Außerdem siedelt Eierstockkrebs häufig schon frühzeitig Tumorzellen ins Bauchfell und die Lymphknoten ab. Oft verbleiben selbst nach einer Operation bösartige Zellen, die weder mit bloßem Auge während der Operation, noch mit den bildgebenden Verfahren zu sehen sind. Diese können aber Ausgangspunkt für einen Rückfall (Rezidiv) der Krebserkrankung sein.

Für betroffene Patientinnen ist die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Hanau die richtige Anlaufstelle. Mit seinem zertifizierten gynäkologischen Krebszentrum, dem Tumorzentrum und der GynOnko-Studienzentrale und –Ambulanz, werden die Betroffenen rundum betreut und finden alle Ansprechpartner unter einem Dach.  Zusätzlich sorgen in der Klinik drei speziell weitergebildete Experten mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie sowie zwei weitere Kollegen in operativer Ausbildung und spezialisiertes Pflegepersonal dafür, dass sich die Patientinnen bestens aufgehoben fühlen. Zwei Studynurses, betreuen und sorgen für eine prüfgerechte Durchführung nationaler und internationaler klinischer Studien, so dass Betroffene schon heute von den Therapiemöglichkeiten von morgen profitieren können. Im wöchentlichen interdisziplinären Tumorboard werden die einzelnen Fälle von den Experten der betroffenen Fachbereiche besprochen und so die individuell beste Therapie für jede Patientin erarbeitet. Um dieses  Fachwissen auch weiterzugeben, bietet die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in regelmäßigen Abständen Fortbildungsveranstaltungen für Kolleginnen und Kollegen der Region an.

Der klassische Behandlungsablauf beinhaltet eine operative Entfernung des Tumors, der Gebärmutter und nach Möglichkeit aller Metastasen, gefolgt von einer Chemotherapie. Bei 29% der Betroffenen ist nur das Eierstockgewebe betroffen. Bei Patientinnen mit Kinderwunsch ist eine Gebärmutter und Eierstock erhaltende Operation teilweise, je nach Stadium der Erkrankung, möglich. Nicht selten breiten sich die Tochtergeschwüre zunächst unbemerkt auf die nahe gelegene Bauchhöhle und das Bauchfell aus, das erklärt die niedrigen Heilungschancen von Eierstockkrebs.