Pressemeldung vom 30. März 2017

Jahrespressekonferenz 2016


Einleitung

Das Klinikum Hanau blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Im Mittelpunkt stand im vergangenen Jahr, nach dem Wechsel der Geschäftsführung Mitte April, die Weiterentwicklung und Ausweitung des medizinischen Angebotes und die planerische Vorbereitung anstehender Investitionen im baulichen Bereich, wie die Errichtung des Parkhauses und die Sanierung weiterer Stationen im Haupthaus. Insbesondere konnte bei allen Aktivitäten das Kriterium der Wirtschaftlichkeit erfolgreich eingehalten werden, so dass mit ca. 260 T € ein positives Jahresergebnis für 2016 zu verbuchen ist, und damit das geplante Ergebnis von minus 970 T € deutlich verbessert werden konnte. Oberbürgermeister Claus Kaminsky freut sich über das Jahresergebnis: „Das Ergebnis stärkt unser Vorhaben das Klinikum in kommunaler Trägerschaft wirtschaftlich tragfähig und damit langfristig führen zu können.“

Anfang 2016 wurden für das Geschäftsjahr zunächst negative Ergebnisprognosen abgegeben, weil die geplante Leistungsentwicklung in Kombination mit der gleichzeitigen Budgeteinigung mit den Kostenträgern, den Personaleinsparungen und dem Aufholen nicht widerkehrender Einmaleffekte, zeitnah nur schwer umsetzbar waren. Vor diesem Hintergrund ist das erreichte Ergebnis umso bemerkenswerter. „Es war eine große Mannschaftsleistung, die dieses Ergebnis möglich gemacht hat. Der Dank und der Respekt gilt allen Mitarbeitern des Klinikums“, erklärt Geschäftsführer Volkmar Bölke.

Leistungsentwicklung

Der in den letzten Jahren anhaltende Wachstumstrend des stationären Leistungsgeschehens im Klinikum konnte auch im Jahr 2016 erfolgreich fortgesetzt werden. So entwickelten sich die stationären Fallzahlen um ca. 4% von 34.000 auf rund 35.400 Fälle nach oben. Der Casemix-Index, also der Behandlungsschweregrad der stationär versorgten Patienten, stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 2% an, d.h. dass Patienten mit komplexeren Krankheitsbildern im Klinikum stationär behandelt wurden. Daraus ergibt sich ein Anstieg der erlösrelevanten Relativgewichte (Casemix-Punkte) um ca. 6,2% auf 31.200 Punkte, die damit ganz wesentlich zu dem erfolgreichen Jahresabschlussergebnis beitragen. Die Anzahl der ambulant behandelten Patienten lag mit 62.000 im Jahr 2016 um 2.000 Patienten über der des Vorjahres. Der ebenfalls in 2016 berufene Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, Herr Dr. med. Florian Unbehaun, konnte hier bereits mit den Mitarbeitern wichtige Ablaufänderungen umsetzen.

Erfreulicherweise haben die stationären Leistungssteigerungen in allen Fachabteilungen bzw. Kliniken stattgefunden. Insbesondere in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, die im letzten Jahr mit Herrn Prof. Dr. med. Mark Lehnert als Chefarzt neu besetzt wurde, war in der zweiten Jahreshälfte ein deutlicher Leistungsanstieg zu verzeichnen, so dass die Zahl der Relativgewichte am Jahresende um rund 10% höher lag als im Vorjahr. Auch die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Langer, und die Klinik für Internistische Onkologie, Hämatologie und klinische Immunologie, unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. med. Martin Burk, wiesen mit einer Leistungssteigerung von deutlich mehr als 10% gegenüber dem Vorjahr eine sehr positive Entwicklung auf. Die großen internistischen Fachabteilungen Kardiologie, Gastroenterologie und Neurologie konnten auch ein Leistungswachstum von durchschnittlich 4% verzeichnen, und trugen damit ebenfalls zu der positiven Entwicklung des Gesamtergebnisses bei. Letztere insbesondere auch durch das in interner Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, das seit Ende 2015 von Chefarzt Prof. Dr. med. Christopher Bangard geleitet wird, eingeführte Verfahren der Thrombektomie zur Behandlung akuter Schlaganfallpatienten.

Besonders stolz ist man auch auf die Entwicklung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. med. Thomas Müller. Mit 1.522 Geburten im Jahr 2016 (Vorjahr 1.296) verzeichnete das Klinikum einen Geburtenrekord. Die abgestimmten Abläufe mit der Kinderklinik und Neonatologie, wenn es um die Versorgung von Neugeborenen und insbesondere um die Versorgung von Frühgeborenen geht, wissen werdende Eltern zu schätzen. „Wir freuen uns, dass das medizinische Angebot des Klinikums von der Bevölkerung so gut angenommen wird, und arbeiten weiterhin an der Erweiterung und Verbesserung“, sagt Geschäftsführer Volkmar Bölke.

Das Klinikum hat Mitte des vergangenen Jahres beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) einen Antrag auf Aufnahme einer Abteilung für Psychosomatik in den Krankenhausplan gestellt. Eine positive Entscheidung wird in 2017 erwartet, womit das Leistungsspektrum des Klinikums zusätzlich erweitert wird.

Personal- und Sachkostenentwicklung

Die Entwicklung der Personalkosten bewegte sich am Jahresende im Rahmen des Planansatzes, nachdem eine deutliche Vollkräftesteigerung aus dem ersten Halbjahr mit einer sensiblen Nachbesetzungspolitik gedrosselt wurde. Mit durchschnittlich 1.239 betrug die Anzahl der Vollkräfte ca. acht Vollkräfte mehr als im Durchschnitt des Vorjahres. Während in den patientennahen Bereichen (Ärzte, Pflege, Funktionen) mehr Personal eingesetzt wurde, wurde in den sogenannten Tertiärbereichen (u.a. Verwaltung) weniger Personal eingesetzt. Für die Planung 2017 wird von der Personalstärke des vergangenen Jahres ausgegangen.

Die Sachkosten bewegten sich im Wesentlichen proportional zu Entwicklung der Leistung. Der Block des medizinischen Sachbedarfes (ca. 26 Mio. €) stieg mit fast 7% leicht überproportional. Hier sollen zukünftig Einsparungspotentiale gehoben werden.

Instandhaltung, Investitionen, Bau

Die Kosten für die laufende Instandhaltung (5 Mio. €) liegen mit 133 T € über Vorjahresniveau. Wesentlicher Grund hierfür sind erhöhte Kosten für die Reparatur und Instandhaltung der Medizintechnik, Renovierungs- und Umbaumaßnahmen im Kreissaal, der Radiologie sowie für die Nachnutzung im alten M-Bau. In Summe mit den Abschreibungen bilden sie die sog. Infrastrukturkosten, die somit wie in den vergangenen Jahren ca. 10 Mio. € betragen.

Die Instandhaltungsmaßnahmen sind seit Jahren durch viele Sondermaßnahmen bestimmt, die über die reine Regelinstandhaltung deutlich hinausgehen und teilweise auch durch behördliche Auflagen ausgelöst werden (Brandschutzmaßnahmen, Trinkwasserversorgung, Sanierung der Lüftungs- und Elektrotechnik, Sanierung der Tunnelanlage). Die Zuweisung an pauschalen Fördermitteln nach § 23 HKHG belief sich auf 4.117.012,66 €. Der Anteil der Förderpauschale, der bereits durch langfristige Leasingverträge gebunden ist, betrug im Berichtsjahr 619 T € (Vorjahr: 559 T €). Die restlichen Mittel wurden auch in die Modernisierung des medizinischen Geräteparks (u.a. OP-Tische, Ultraschallgeräte, Monitoranlagen) investiert. Im Bereich Bau wurden die Maßnahmen Parkhaus (4 Mio. €), Sanierung der Bettenstationen H6 bis H11 (9 Mio. €), Neubau des Sterillabors (0,6 Mio. €) planerisch auf den Weg gebracht. Die Umsetzung bzw. der Baubeginn dieser Maßnahmen wird in 2017 erfolgen.

Entwicklung der wirtschaftlichen Eckdaten

Im Verlauf des letzten Jahres konnte ab der zweiten Jahreshälfte ein positives und stetig steigendes Monatsergebnis erzielt werden, so dass das Jahr 2016 erfolgreich mit einem Plus von 260 T € abgeschlossen werden konnte.

Die wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wurde um 1,1 Mio. € bzw. 26% auf rund 5,4 Mio. € verbessert. Diese Entwicklung muss verstetigt werden, da damit die wichtigste Voraussetzung geschaffen wird, um die anstehenden und zukünftigen Investitionen in die bauliche und gerätetechnische Infrastruktur des Klinikums sicherzustellen und weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung für die Hanauer Bevölkerung anzubieten.

Ausblick

Das Klinikum Hanau sieht sich als Maximalversorger mit seinem umfangreichen Leistungsspektrum im Konkurrenzkampf mit den anderen Kliniken des Rhein-Main Gebietes als gut aufgestellt. Mit der Schwerpunktbildung durch die zertifizierten medizinischen Zentren (u.a. Darmzentrum und Brustzentrum nach DKG zertifiziert) kommt das Klinikum der Spezialisierung in der Medizin explizit nach. Zukünftig soll das Leistungsprofil durch prozessoptimierende Maßnahmen auch in qualitativer Hinsicht weiter geschärft werden. Dabei muss das Kriterium der Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf die langfristige Sicherung der Investitionskraft des Klinikums eine zentrale Rolle einnehmen.