Pressemeldung vom 1. März 2017

Darmkrebszentrum des Klinikums Hanau informiert zum Darmkrebsmonat März


2002 hat die Felix Burda Stiftung zusammen mit der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs zum ersten Mal in Deutschland den Monat März ganz ins Zeichen der Darmkrebsvorsorge gestellt. Auch in diesem Jahr engagieren sich Kliniken, Gesundheitsorganisationen und Medien, Städte und Unternehmen im März wieder für die Darmkrebsvorsorge. Das Kolorektale Karzinom zählt zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Männern und Frauen, jährlich werden in Deutschland rund 70.000 Neuerkrankungen registriert. „Am Klinikum Hanau kümmert sich ein interdisziplinäres Spezialistenteam im zertifizierten Darmzentrum Hanau (DZH) gemeinsam um die Diagnose, Behandlung und Nachbetreuung eines jeden einzelnen Patienten, um eine individuell zugeschnittene und effektive Therapie zu gewährleisten“, erklärt der Leiter des Zentrums, Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Langer. Das DZH setzt sich aus den Experten von acht Kliniken und Instituten des Klinikums Hanau zusammen: Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Anästhesiologie, Radiologie, Pathologie und Laboratoriumsmedizin. Zum Auftakt des Darmkrebsmonat 2017 hat Prof. Langer die wichtigsten Fragen rund um die Erkrankung beantwortet.

Wie entsteht Darmkrebs?

Das Wort Darmkrebs beschreibt eigentlich das Kolorektale Karzinom, also einen bösartigen Tumor des Dickdarms (Colon) und des Mastdarmes (Rektum). Ausgangspunkt des Kolorektalen Karzinoms ist die Schleimhaut, die den Darm auskleidet, das Epithel der so genannten Mukosa-Schicht. Jeder bösartige Tumor entsteht durch unkontrollierte Teilungen und Wachstum von Zellen, die sich üblicherweise selten oder gar nicht mehr teilen. Zum Tumorwachstum kommt es erst, wenn Kontroll- und Reparaturmechanismen, die solche „entarteten“ Zellen normalerweise entdecken und ausschalten, versagen. Krebs ist also meistens ein erworbenes, genetisch gesteuertes Geschehen. Für einige Formen des Darmkrebses gibt es bekannte Ursachen, z. B. eine chronische Entzündung (Colitis ulcerosa) oder eine erbliche Veranlagung (HNPCC oder Polyposis coli). Ein Dickdarmkrebs entwickelt sich fast immer innerhalb eines bereits vorhandenen Polypen und kann somit durch Vorsorge-Darmspiegelungen früh erkannt werden. Wenn der Tumor in die Wandschichten des Darmes vorwächst, die Lymphbahnen enthalten, kann es zu einer Streuung der Tumorzellen in Lymphknoten kommen. Auch über die Blutbahn können Tumorzellen in andere Organe, z. B. Leber, Lunge oder Knochen, verschleppt werden und dort Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden.

 

Was kann man zur Prävention tun?

Es gibt zwei wesentliche Faktoren, wie man Darmkrebs vorbeugen kann. Das ist zum einen eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung. Konkrete Zahlen aus diversen Studien belegen, dass das Risiko für ein Kolorektales Karzinom bei körperlich aktiven Menschen geringer ist. Ein weiterer Faktor sind die Maßnahmen zur Früherkennung, also zum Beispiel eine regelmäßige Darmspiegelung. Dabei können Krebsvorstufen direkt entfernt werden und ein Tumor entsteht gar nicht erst. Gerade bei einer familiären Vorbelastung sollte man mit seinem Arzt sprechen, ob eine Früherkennungsuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr empfehlenswert ist.

Wie erkennt man das Kolorektale Karzinom?

Weil Darmkrebs meist über Jahrzehnte sehr langsam wächst, kann man Frühformen durch eine Darmspiegelung meist rechtzeitig erkennen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen diese Untersuchung für ihre Versicherten ab dem 55. Lebensjahr. Darmkrebs bleibt in der Regel lange Jahre ohne Symptome. Er verursacht anfangs keine Schmerzen und ist auch durch etwaige Auffälligkeiten kaum zu identifizieren. Erst in einer späteren Phase macht er sich u. a. durch Blut und Schleim im Stuhl, Krämpfe und Bleistift-dünnen Stuhl bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium droht ein lebensgefährlicher Darmverschluss.

Was zeichnet das zertifizierte Darmzentrum Hanau besonders aus?

Das DZH ist ein zertifiziertes Zentrum, das heißt, es muss hohen Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter, die Ausstattung, die Behandlungsqualität, und das Leistungsangebot gerecht werden. Unabhängige, externe Experten, die unter anderem von der Deutschen Krebsgesellschaft geschickt werden, prüfen dann in jährlichem Abstand  die Leistungsstärke des Zentrums. Nur wenn man den aktuellen Standards genügt, erhält man auch die Rezertifizierung.

Wie wird Darmkrebs am Klinikum Hanau therapiert?

Durch unser interdisziplinäres Expertenteam, das sich zwei Mal wöchentlich in der Tumorkonferenz trifft und gemeinsam die Diagnostik und Behandlung jedes einzelnen Patienten bespricht, können wir eine optimale Krebstherapie gewährleisten. Die Behandlung erfolgt nach bewährten wissenschaftlichen Standards, der sogenannten S3-Leitlinie. Dabei werden Operation, Strahlen- und Medikamententherapie häufig in Kombination eingesetzt. Weil die Experten mit der gesamten Palette moderner Therapiemethoden arbeiten, werden die Patienten so schonend wie möglich behandelt. Aber auch außerhalb der Medizin bietet das Klinikum Hanau Krebspatienten vielfältige Unterstützung: Vom Kontakt zu niedergelassenen Haus- und Fachärzten, um eine bestmögliche Nachsorge bzw. Weiterbehandlung zu garantieren, bis hin zu Physiotherapie, Ernährungsberatung, Psychoonkologie und Seelsorge.

Die hohe Akzeptanz und Wertschätzung des DZ Hanau macht sich auch in steigenden Behandlungszahlen deutlich. So wurden allein im Jahr 2016 bei über 100 Patienten mit Darmkrebs Erstbehandlungen durchgeführt.