Pressemeldung vom 13. Februar 2017

Gefäße gestochen scharf im Blick


Kardiologie am Klinikum setzt als erste in Europa den hochauflösenden intravaskulären Ultraschall (IVUS) ein

Die Kardiologische Klinik des Klinikums Hanau nutzt seit kurzem ein innovatives Gerät zur Darstellung von Herzkranzgefäßen. Neu daran ist der extrem hochauflösende Ultraschall, und die Hanauer Kardiologie besitzt als erste in Europa ein Gerät dieser Art. Der intravaskuläre oder auch intrakoronare Ultraschall (IVUS) kommt bei Herzkatheter-Untersuchungen zum Einsatz und ermöglicht den behandelnden Ärzten einen besonders genauen Blick in da sGefäßsystem des Patienten.

Mit dem Herzkatheter werden Gefäßverengungen sichtbar gemacht und behandelt. Die bisherigen bildgebenden Verfahren setzen den Medizinern jedoch optische Grenzen: Durch eine geringe Auflösung wie bei den bisherigen IVUS-Geräten können wichtige Details innerhalb der Gefäße verborgen bleiben. „Dank des neuen Verfahrens erkennen wir so detailliert wie nie zuvor die Wandbeschaffenheit der Koronargefäße und können damit vorhandene Veränderungen identifizieren", erklärt PD Dr. med. Christof Weinbrenner, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin am Klinikum, die Vorzüge der neuen Technik. Mit dem neuen Gerät lassen sich Ablagerungen der Blutgefäße, Aufspaltungen in der Gefäßwand (Dissektionen) und Blutgerinnsel (Thromben) im Gefäß besser darstellen und charakterisieren. Des Weiteren können die Resultate nach einem Einsatz einer Gefäßstütze (Stentimplantation) exakter überprüft und komplizierte Verengungen (Stenosen) besser beurteilt werden.

Auch in Notfallsituationen bringt das hochauflösende Verfahren mehr Sicherheit für lebensbedrohlich erkrankte Patienten: Durch die genaue Darstellung des Gefäßinnern sind Veränderungen in den Gefäßen exakterkennbar. Darüber hinaus wird die neue Technik im Herzkatheter-Labor des Klinikums eingesetzt, wenn Patienten mit Stents erneut am Herzen erkranken (Wiederverengung von Stents). „Wir können in solchen Situationen schneller und besser entscheiden, wo und wie behandelt werden muss", sagt Chefarzt Dr. Weinbrenner.

„Das Gerät ist intuitiv bedienbar und wirklich ein Quantensprung", beschreibt Oberarzt Christof Rother den Unterschied zur bisherigen intrakoronaren Bildgebung. „Statt anhand grauer grieseliger Bilder diagnostizieren wir nun mit Hilfe gestochen scharfer Bilder. Für die Versorgung unserer Patienten eröffnet diese Technik ganz neue Perspektiven."

Der Anschaffung gingen intensive Gespräche voraus. Die Konzernleitung des nordamerikanischen Herstellers ACIST informierte sich vor Ort, was den Hanauer Kardiologen an der Technik bereits gut gefiel und was noch verbesserungswürdig war. Seither ist das Klinikum ins Konzept für die kontinuierliche Weiterentwicklung des intrakoronaren Ultraschalls eingebunden. „Durch innovative Untersuchungsgeräte wie dieses können wir unseren Patienten jederzeit die bestmögliche Behandlung und Versorgung ermöglichen", so Geschäftsführer Volkmar Bölke.