Pressemeldung vom 17. März 2016

Jahrespressekonferenz 2015


Einleitung

 

Auch das Jahr 2015 ist für das Klinikum Hanau von dem seit Jahren andauernden Kurs der baulichen und gerätetechnischen Modernisierung und der qualitativen und quantitativen Erweiterung des medizinischen Angebotes geprägt. „Dass sich dabei das Defizit nur auf einen Betrag von rd. -400.000 € beläuft, ist in Anbetracht des hohen Anteils der aus eigener Kraft zu leistenden Investitionen auch in finanzieller Hinsicht ein vorzeigbares Ergebnis und ist damit rd. 400.000 € besser als der Wirtschaftsplan.“, so der Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Claus Kaminsky.

 

Die im Jahresabschluss verbuchten Aufwendungen im Zusammenhang mit baulichen und medizin-technischen Infrastrukturmaßnahmen, die sich als Abschreibungen oder Miete/ Leasingkosten widerspiegeln, belaufen sich insgesamt auf 5,1 Mio. €. Wenn die Instandhaltungsmaßnahmen in Höhe von 5 Mio. noch dazugerechnet werden, schlägt der Erhalt und die Erweiterung der Infrastruktur des Klinikums mit rd. 10 Mio. € in der Gewinn- und Verlustrechnung des Klinikums zu Buche.

 

„Es ist sehr erfreulich, dass das Hessische Sozialministerium die Fördermittel für Investitionen erhöht.“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. „Die genauen Zahlen sind noch nicht veröffentlicht, wurden aber auf Anfrage schon kommuniziert.“, ergänzt die Geschäftsführerin Thiex-Kreye.

 

Leistungsentwicklung und Personal

 

Der Wachstumstrend im Klinikum war auch im Jahr 2015 ungebrochen. So konnten die Fallzahlen von rd. 32.900 auf 34.000, d.h. um 3,4 % gesteigert werden. Die Anzahl der ambulanten Patienten beläuft sich mittlerweile auf 60.000 pro Jahr.

 

„Das gute Ergebnis verdanken wir unseren Mitarbeitern“, betont die scheidende Geschäftsführerin Thiex-Kreye. „Ich freue mich, dass auch in meinem letzten Jahr der Wirtschaftsplan eingehalten werden konnte und eine solch gute Arbeit geleistet wurde.“

Auch wenn die Leistungssteigerungen in allen Bereichen stattgefunden haben, so sind auch in diesem Jahr wieder bestimmte Abteilungen besonders hervorzuheben. In der Neurologie fand z.B. eine Steigerung des Casemix von rd. 10 % statt. So wurden im Jahr 2015 z.B. wieder 991 Fälle mit einem Schlaganfall behandelt.

 

Die Neuberufungen in der Radiologie und Neurologie mit Prof. Dr. Bangard und Dr. med. Thonke haben das Spektrum hochkarätig erweitert. Die mechanische Thrombusentfernung bei Patienten mit Schlaganfall, die in Teamarbeit zwischen Neurologen, Radiologen und Anästhesisten erfolgt, hat bereits 8 Menschen eine deutlich verbesserte Lebensqualität beschert. Für das Jahr 2016 wird hier mit 50 Fällen gerechnet.

Auch der frisch berufene Unfallchirurg Prof. Dr. Lehnert wird für eine deutliche Erweiterung des unfallchirurgischen Spektrums sorgen. Er beherrscht hochkomplexe Eingriffe im Bereich der Hand- und Fußchirurgie. Die Pressekonferenz, bei der wir ihn vorstellen, findet nächste Woche statt.

Herr Dr. med. Dahm ist als Nachfolger von Dr. med. Classen als Chefarzt der Gefäßchirurgie in 2015 berufen worden und hat die Abteilung gut weiterentwickelt.

Insgesamt beschäftigte das Klinikum im Jahr 2015 rd. 1.250 VK. Dies bedeutet eine Erhöhung um 13 VK gegenüber dem Vorjahr. Die Steigerungen fanden alle im patienten-nahen Bereich statt (Pflege, Funktionsdienst OP).

 

Bauliche und Gerätetechnische Maßnahmen in 2015

 

Die Reihe der baulichen und gerätetechnischen Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Klinikums war auch im Jahr 2015 wieder sehr lang. Nachfolgend sollen nur die wesentlichen genannt werden.

 

Die Planung und Ausschreibung für den Abbruch des Gebäude C wurden durchgeführt, um die Voraussetzungen für den in diesem Jahr geplanten Bau eines Parkhauses zu realisieren. Die Ausschreibung für die Errichtung des Parkhauses wird gerade vorbereitet.

 

Die komplette Umstellung der Speisenversorgung auf das neue „Cook Chill-System“ der Firma Schubert konnte im Jahr 2015 realisiert werden. Im Jahresabschluss bedeutete dies eine Kostensteigerung von rd. 600.000 € im Jahr. Das Klinikum hat dabei das Speisenverteilsystem (1,2 Mio. €), d.h. die Wärmewagen und Andockstationen etc., finanziert. Die Finanzierung der notwendigen Investitionen für die Speisenerstellung obliegt dem Dienstleister Firma Schubert, die vom Klinikum über Beköstigungstage rückvergütet werden.

 

Mit dem Umbau der neuen Ambulanzbereiche der Chirurgie wurde in 2015 begonnen .Diese werden in 2016 abgeschlossen und belaufen sich auf rd. 300.000 €.

 

Die Stroke Unit-Abteilung, die bis Herbst 2015 im HC Gebäude untergebracht war, hatte 12 Intensivbetten und 8 Normalbetten. Diese wurde in den ersten Stock des Neubaus HB-Gebäudes mit 15 Intensivbetten und weiteren 8 Normalbetten verlegt. Das frei gewordene Stockwerk der Station H7 wurde für 480.000 € umgebaut und wird seit Anfang diesen Jahres als Normalstation betrieben.

 

Wie immer haben wir auch Maßnahmen, die äußerlich keinen erkennbaren Nutzen bringen, aber für die Sicherheit und Funktionalität unabdingbar sind. So lagen uns für die Gebäude HA bis HC Auflagen der Feuerwehr vor, die sicherstellen sollen, dass in einem Katastrophenfall alle Funkverbindungen funktionieren. Diese Maßnahme für einen Fall, der hoffentlich nie eintritt, hat die Zahlen des Jahres 2015 immerhin mit 350.000 € belastet. Dem gleichen Tenor folgen die Ausgaben im Zusammenhang mit der Stromversorgung. Hier wurden für das Jahr 2015 Beträge von 500.000 € ausgebeben.

Als wesentliche Erneuerungen, bei denen neben Umbaukosten auch in umfangreiche Medizintechnik investiert wurde, sind im Intensivbereich neue Patientenmonitoringsysteme (25 Stück) sowie neue Beatmungsgeräte (20 Stück), neue Langzeitbeatmungsgeräte (12 Stück), die mit insgesamt 1,2 Mio. € zu Buche schlugen, zu benennen.

 

Ausblick Baumaßnahmen und Kooperationen 2016

 

Mit einem neuen Parkhaus will das Klinikum Hanau für Patienten, Besucher und Bedienstete des Krankenhauses die Suche nach einem Autostellplatz erheblich erleichtern. 250 Stellplätze sollen bis 2016 an der Ecke Leimenstraße/Mühlstraße entstehen, wo derzeit noch das Klinik-Gebäude C steht. Die öffentliche Garage wird in das städtische Leitsystem integriert. „Hanaus Innenstadt ist und bleibt eine City der kurzen Wege. Für die Parkplatzsuche bieten wir künftig eine zusätzliche Alternative zum Wohl von Klinikum und Stadtentwicklung. “, so der Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

 

Bisher kann das Klinikum auf seinem intensiv genutzten Gelände nur 66 Parkplätze bieten – teils ebenerdig, teils in einer vor 15 Jahren gebauten Tiefgarage. In Folge des knappen Angebots kommt es vor der Einfahrt in der Leimenstraße häufig zu Staus, die auch den Durchfahrtsverkehr in der Straße behindern. Seit 2007 bietet das Parkhaus Klinikum Süd in der Röderstraße, wenige Gehminuten vom Krankenhaus entfernt, 99 weitere Stellplätze, die allerdings auch dem Altenhilfezentrum Bernhard Eberhard zugeordnet sind. Auch das Parkhaus Nürnberger Straße befindet sich in der Nähe des Klinikums. Hinzu kommt das vollautomatische Dauerparkhaus Langstraße mit maximal 211 Plätzen, das von Klinik-Beschäftigten genutzt wird.

 

„Die Parkplatznot ist seit Jahren ein Dauerproblem für das Klinikum Hanau, zumal Stellplätze in unmittelbarer Nähe der Krankenzimmer gefragt sind. Jetzt ist erfreulicherweise Abhilfe in Sicht“, sagt Klinik-Geschäftsführerin Monika Thiex-Kreye. Für das Gebäude C, dessen Nutzungen weitgehend im Gebäude M untergebracht werden, habe die Klinikleitung eine „überaus sinnvolle Folgenutzung“ gefunden.

 

Anfang April 2016 werden Bereiche, die im C-Gebäude untergebracht waren, in das sog. „alte-M-Gebäude“ verlagert. Hierbei handelt es sich beispielhaft um die Prosektur, den Betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Dienst sowie die Elternschule der Frauenklinik, das digitale Archiv und die Klinikseelsorge.

 

Der Bauantrag für die neue Kinder-Intensivstation wurde Ende 2015 gestellt. Die neue Kinder-Intensivstation mit 8 Frühgeborenen-Intensivbetten ist mit ca. 1,7 Mio. € veranschlagt, und die Fertigstellung ist für Ende des ersten Quartals 2017 geplant.

 

Derzeit laufen Abstimmungen mit der Kooperation Ärztenetz Rhein-Main / Emma Klinik zur partnerschaftlichen Erstellung und dem Betrieb eines ambulanten OP Zentrums. Die Details hierzu werden mit dem neuen Geschäftsführer Herrn Bölke sobald er seinen Dienst angetreten hat, abgestimmt.

Nach dem positiven Votum des Kartellamtes zu einer möglichen Fusion mit dem Klinikum Aschaffenburg-Alzenau wird diese Zusammenarbeit konkretisiert.

 

Fazit und Ausblick

Auch wenn die sog. „schwarze Null“ noch nicht geschrieben werden konnte, so sind die Führungskräfte und das Aufsichtsgremium sehr zufrieden mit dem erreichten Ergebnis im Jahr 2015, insbesondere weil umfangreiche Zukunftsinvestitionen damit in Verbindung stehen. Die Staffelstabübergabe zwischen Frau Thiex-Kreye und Herrn Bölke erfolgt am 15. April, so dass die gute Entwicklung des Klinikums ohne Führungslücke weiterbetrieben werden kann.