Pressemeldung vom 10. März 2016

Die neuen CRT-D-Systeme machen Ganzkörper-MRT-Scans auch für Patienten mit Herzinsuffizienz sicher


 

Klinikum Hanau verbessert durch MRT-fähige Defibrillatoren für die kardiale Resynchronisationstherapie die Versorgung von Patienten mit Herzschwäche

 

Hanau, den 10.03.2016 – Das Klinikum Hanau versorgt seine Patienten ab heute mit Defibrillatoren zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-D), die als erste und einzige für die Magnetresonanztomografie (MRT) sowohl mit 1,5 als auch mit 3 Tesla zugelassen sind. CRT-D-Systeme werden zur Behandlung einer Herzschwäche eingesetzt. Sie unterstützen das Herz dabei effizienter und in einem regelmäßigen Rhythmus zu pumpen. Sie helfen außerdem das Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand zu verringern.

Bisher durften allerdings Träger eines solchen CRT-D nicht mittels MRT untersucht werden, weil für sie die Gefahr von Wechselwirkungen zwischen dem CRT-D- und dem MRT-System bestand. Studien zeigten, dass bei nicht weniger als 40 % aller Patienten mit einem CRT-System innerhalb der ersten vier Jahre eine MRT-Aufnahme nötig wäre, doch tausende Patienten mit implantierten Systemen sich dieser Untersuchung nicht unterziehen konnten, als sie sie brauchten.

 

„Die kardiale Resynchronisationstherapie ist eine wichtige Therapieoption, die nachweislich das Sterberisiko verringert und die Lebensqualität erhöht. Patienten, die zur Behandlung ihrer Herzschwäche eins der neuen MRT-fähigen CRT-D-Systeme erhalten, bleiben nun nicht mehr von MRT-Scans ausgeschlossen – eine Untersuchung, die für Ärzte bei der Erkennung und Behandlung anderer zugrunde liegender, potenziell lebensbedrohlicher Erkrankungen von entscheidender Bedeutung sind.“, erläutert PD Dr. med. Christof Weinbrenner, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin. „Unser Kardiologieteam freut sich sehr, hier Pionierarbeit zu leisten, um die Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz zu verbessern“, erklärt Dr. med. André Michel, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor am Klinikum Hanau.

 

Eine Herzinsuffizienz oder Herzschwäche liegt vor, wenn das Herz nicht in der Lage ist, genug Blut durch den Körper zu pumpen, um einen ausreichenden Kreislauf und damit die Versorgung aller Körpergewebe aufrechtzuerhalten. CRT ist eine Therapie, die dem Herzen hilft, wieder effektiv Blut und Sauerstoff in den Körper zu pumpen. Sie verringert das Sterberisiko und steigert die Lebensqualität der Patienten mit Herzinsuffizienz.

 

Das nun Anfang März erstmals durch die Oberärzte Dr. med. Stanislav Brezina und Timo Schlauch implantierte MRT-fähige CRT-D-System ermöglicht MRT-Untersuchungen aller Körperregionen ohne jegliche Einschränkungen in Bezug auf die Positionierung des Patienten.

 

Das Klinikum Hanau bietet ab sofort ein vollständiges Portfolio implantierbarer Herzsysteme an (CRT-D, implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD), Schrittmacher und implantierbare Herzmonitore), die alle für die Nutzung in Verbindung mit MRT-Scans zugelassen sind – für Patienten mit Herzinsuffizienz, lebensbedrohlichen Arrhythmien oder erhöhtem Risiko für plötzlichen Herztod.