Richtfest  

Das Klinikum Hanau hat Richtfest gefeiert für sein Jahrhundert-Projekt, den Neubau der Medizinischen Klinik (M-Bau). Im dritten Quartal 2011 soll das sechsstöckige Gebäude bezugsfertig sein. Der Bau des multifunktionalen, rund 50 Millionen Euro teuren Erweiterungsgebäudes hat Ende 2008 begonnen. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hob in seiner Richtfest-Rede hervor, mit dem M-Bau mache das Klinikum Hanau einen „Quantensprung in der Versorgung seiner Patienten und in der Qualität der Arbeitsplätze". Klinik-Geschäftsführerin Monika Thiex-Kreye betonte, im Neubau komme der Arzt zum Patienten - und nicht umgekehrt wie bisher vielfach.

Kaminsky bekundete, der neue M-Bau sei ein „eindeutiges Zeichen für die Konkurrenz- und Zukunftsfähigkeit" des Klinikums Hanau im verschärften Wettbewerb der Krankenhäuser. Für die Patienten und die Beschäftigten des Klinikums sei die Phase bis zum Rohbau wegen Lärm und Schmutz ebenso keine leichte Zeit gewesen wie für die Anwohner. Bei allen Gruppen bedankte sich der OB für ihr Verständnis und zeigte sich erfreut darüber, dass das städtische Krankenhaus trotz großer Baustelle keinen Einbruch bei den Patientenzahlen habe hinnehmen müssen.
Schon in den nächsten Tagen verlagerten sich Arbeiten ins Innere des Rohbaus, so dass der Ablauf im Klinikum zunehmend weniger beeinträchtigt werde. Im August sei damit zu rechnen, dass die Außenfassade geschlossen und gestaltet werde. Iim September sollen sich erste Bohrungen für die Gebäudeversorgung mit Erdwärme anschließen.

Hanaus Oberbürgermeister dankte dem Land für den 40-Millionen-Euro-Zuschuss, den es für den neuen M-Bau gewähre. Weitere geplante und begonnene Arbeiten hinzugefügt, werde das Klinikum Hanau in wenigen Jahren rund 100 Millionen Euro in Bau und Instandhaltung investiert haben.

Klinik-Geschäftsführerin Thiex-Kreye unterstrich, der M-Bau stehe für eine hoch leistungsfähige medizinische Versorgung. Rund 400 Menschen arbeiteten vom kommenden Jahr an dort. Patienten, Besucher und Mitarbeiter profitierten neben der guten Medizin auch von kurzen Wegen, einem attraktiven Umfeld und bestmöglichem Service. Unter einem Dach wirkten unterschiedliche medizinische Fachrichtungen. Die Stationen würden weniger strikt nach Fachgebieten getrennt, um den Patienten häufiges Verlegen zu ersparen. Die Patienten hätten dann, soweit als möglich, ein festes, sie betreuendes Pflegeteam.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt Thiex-Kreye eine interdisziplinäre Notfall-Aufnahme, den ersten Schritt dorthin habe das Klinikum im schon bestehenden ersten Abschnitt des M-Baus bereits vollzogen. Den künftigen Hautpeingang bezeichnete sie als „neue Visitenkarte unserer Klinik". Die Notaufnahme vereint von Herbst 2011 an einen Schock-Raum, zwei Eingriffsräume und zwölf Untersuchungskabinen. Es schließen sich zwei Herzkatheter-Plätze an, denn insbesondere bei Verdacht auf Infarkt sind unverzügliche Untersuchung und Behandlung unabdingbar. Im M-Bau stehen außerdem der Gynäkologie, der Chirurgie und der Kardiologie zusätzliche Flächen und Räume zur Verfügung. Die zentrale Endoskopie vereint künftig Onkologie, Kardiologie, Chirurgie und Innere Medizin. In vier von sechs Stockwerken werden Patientenzimmer mit modernen Bädern eingerichtet. Hinzu kommt eine Intermediate Care Station mit 38 Betten für Patienten, die noch engmaschig zu überwachen und zu betreuen sind, ohne auf einer Intensivstation versorgt werden zu müssen. 

Mit dem Neubau kann das Klinikum nach den Worten seiner Geschäftsführerin angemietete Flächen und Gebäude sowie veraltetet Räume auf dem Klinikgelände aufgeben zu Gunsten zeitgemäßer Büros und Sprechzimmer sowie Flächen für Lager- und Verwaltungsräume. Im M-Bau finde vielfach räumlich zusammen, was inhaltlich zusammengehört. Das sei in Zeiten knapper Kassen ein „großer Gewinn". In den klassischen Klinikbauten des vergangenen Jahrhunderts mit zu vielen, zudem verstreuten Gebäuden auf weitläufigem Gelände sei moderne, interdiszipinäre Medizin heutzutage kaum noch möglich.

Letzte Aktualisierung: 25. Juni 2010

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