Brustdiagnostik
Was ist eine Mammographie und wie läuft sie ab?
Die Mammographie ist die Untersuchung der weiblichen Brust mit Röntgenstrahlen. Im Gegensatz zu den anderen Röntgenuntersuchungen werden sehr weiche Röntgenstrahlen zur Bilderzeugung verwendet, denn nur damit ist gewährleistet, dass eine ausreichende Unterscheidbarkeit (Kontrast) zwischen in ihrer Dichte der ähnlichen Bestandteile der Brust zu erzielen ist. Durch die Verwendung spezieller Materialien sowohl in der Röntgenröhre als auch für die Röntgenfilter wird die für die Brustuntersuchung notwendige Strahlenqualität erzielt. Um unscharfe Aufnahmen zu vermeiden muss eine geringe Größe des Brennfleckes und eine Kompression der Brustdrüse durchgeführt werden. Bei der Anmeldung zur Untersuchung ist zu beachten, dass ein Termin in der ersten Zyklushälfte zu bevorzugen ist, da in diesem Zeitraum die Kompression weniger schmerzhaft ist.
Warum wird eine Mammographie durchgeführt?
Die Mammographie dient einerseits zur Früherkennung bzw. Abklärung von an der Brust auftretenden Veränderungen, wie Knoten in der Brust, Hauteinziehungen sowie Verziehungen oder Sekretion aus der Brustwarze. Die Mammographie wird meist bei Frauen, die älter als 40 Jahre sind durchgeführt. Vor dem 30. Lebensjahr sollte sie wegen der Strahlenexposition nur bei strengster Indikationsstellung angewandt werden. Aufgrund der vielen Information, die die Mammographie liefert, kann sie durch den Ultraschall und die MRT nicht ersetzt werden!
Wie steht es mit der Strahlenbelastung?
Das errechnete Risiko an einem Brustkrebs nach einer Mammographie zu erkranken, steigt gegenüber dem natürlichen Risiko von 10 auf 10,02 Prozent. Das natürliche Risiko ist also gemessen an dem Risiko durch die Strahlenbelastung Brustkrebs zu bekommen ungleich größer.
Was ist Ultraschall?
Bei dieser Untersuchung werden von einer Sonde Schallwellen in den Körper ausgesandt. Das Gewebe unterschiedlicher Dichte reflektiert die Wellen verschieden an die Sonde, die auch als Empfänger dient, zurück. Die unterschiedliche Schwächung der an der Sonde empfangenen Schallwellen ist durch einen Computer in unterschiedlich intensive Grautöne umgewandelt und zu einem räumlichen Bild zusammengesetzt.
Warum zusätzlich noch Ultraschall?
Durch die Beschaffenheit des Brustdrüsenkörpers muss damit gerechnet werden, dass auch bei optimaler Mammographie-Technik und größter Erfahrung des befundenen Arztes eine bestimmte Anzahl bestehender Knoten in der Brust nicht erkannt werden.
Darüber hinaus können weitere Gewebseigenschaften aufgezeigt werden, die zur Beurteilung des Knotens dienen.
Der Ultraschall wird auch angewandt, wenn bei sehr dichtem Brustdrüsengewebe die Mammographie keine ausreichende Aussage liefert.
In welchen Fällen ist die Magnetresonanztomographie notwendig?
Obwohl die konventionelle Mammographie einen Großteil (bis zu 90 Prozent) der bösartigen Knoten nachweisen kann, sind nur zirka ein Drittel der gefundenen Veränderungen tatsächlich bösartig. Nur bei einem Teil der Patientinnen kann der Befund mittels Ultraschall hinsichtlich Dignität (Gut-/Bösartigkeit) abschließend geklärt werden.
Insbesondere bei diffusen mammographischen Veränderungen (wie z. B. Architekturstörungen) erweist sich der Ultraschall als wenig empfindlich. Die Mammographie hingegen ist bei jungen Patientinnen mit dichtem Brustdrüsenkörper nur eingeschränkt beurteilbar.
Als weitere wichtige Indikation für diese Untersuchungsmethode gilt die Erfassung weiterer Herde bei bekanntem. Brusttumor (ergänzendes Staging), da deren Vorhandensein oder Ausschluss die Therapiewahl entscheidend beeinflusst.
Nach erfolgter Behandlung (OP mit nachfolgender Strahlen- oder Chemotherapie) erbringt die MRT zusätzliche Aspekte bei der Abgrenzung von Narben gegenüber ein wiederauftretender Tumorknoten. Bei Vorliegen eines Silikonimplantates, können Mammographie und Ultraschall nur selten gesicherte Aussagen liefern, sowohl im Bezug auf mögliche Tumorrezidive am Implantat-Rand als auch im Hinblick auf die Intaktheit der Prothese.
Wie läuft die Untersuchung ab, was ist zu beachten?
Die 20 Minuten dauernde Untersuchung wird in Bauchlage durchgeführt, wobei die Brüste in eine spezielle Schale eingebracht werden. Wesentlich bei der Beurteilung der Strukturen in der Brust ist nicht nur ihr Aussehen, sondern auch wie schnell und in welcher Weise sie das Kontrastmittel aufnehmen, das während der Untersuchung über eine Kanüle in einer Arm-Vene eingebracht wird. Da u.a. die hormonelle Stimulation eine verstärkte Kontrastierung bewirkt, sollte die Untersuchung nur in der zweiten und dritten Zykluswoche durchgeführt werden. Darüber hinaus ist zu beachten, dass Hormontabletten (zur Substitution) mindestens sechs bis acht Wochen vor einer geplanten Untersuchung abgesetzt werden sollten.
Um größtmögliche Treffsicherheit zu erzielen, erfolgt in unserem Hause die Interpretation der Ergebnisse synoptisch in Zusammenschau mit der klinischen Untersuchung, der Mammographie und dem Ultraschall. Dies kann die Ergebnismitteilung entsprechend verzögern.
Warum ist eine Gewebsentnahme notwendig?
Bei unklaren Befunden ist die feingewebliche Sicherung der Diagnose unverzichtbar. Dies kann durch eine operative Probeentnahme oder durch minimal invasive Verfahren in der Röntgenabteilung erfolgen. Die Nadelbiopsien können eine Operation nicht ersetzen, sie sichern nur die durch bildgebende Verfahren gestellte Diagnose. Sollte das Ergebnis der Biopsie ein bösartiger Befund sein, muss eine Operation angeschlossen werden.
Welche Verfahren gibt es?
Am weitesten verbreitert ist die so genannte Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie. Dabei wird auffälliges Gewebe mit einer Hohlnadel, die über einen Schneidmechanismus verfügt, entnommen. Pro Stanzvorgang werden mehrere Gewebszylinder entnommen, um eine sichere histologische Diagnose zu erzielen.
Die Vakuumsaugbiopsie ist eine neue Methode minimal invasiver Mamma-Diagnostik. Im Gegensatz zur vorgenannten Verfahren können hiermit deutlich größere Gewebemengen entnommen werden. Über eine im Vergleich dickere Nadel werden auffällige Gewebsanteile zunächst angesaugt und mit einem Schneidemechanismus „abgehobelt". Durch das System kann Gewebe aus einem Radius von etwa einem Zentimeter entnommen werden.
Die Gewebsentnahmen werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, so dass sie nicht besonders schmerzhaft sind. Das Risiko einer Verschleppung von bösartigen Zellen wird nach zahlreichen Studien als sehr gering erachtet.
Letzte Aktualisierung: 16. September 2008
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