Bauchraum
Durchfälle/Verstopfungen
Diese Beschwerden sind keine primäre Indikation für eine Röntgenuntersuchung. Nach entsprechender klinischer Abklärung kann die Durchführung einer Magen-Darm-Passage, einer Dünn- oder Dickdarmdarstellung mittels konventioneller Röntgendiagnostik berechtigt sein. In bestimmten Fällen werden auch zunehmend Schittbildverfahren zur Abklärung von Darmerkrankungen eingesetzt. An dieser Stelle besonders hervorzuheben ist die Abklärung im Rahmen der Morbus Crohn Erkrankung. Mittels MRT kann die Krankheit umfassend beurteilt werden (Darstellung der entzündlichen Wandverdickung, der Abszesse, der Fistel, der evtl. verbackenen Darmschlingen). Von Vorteil ist bei den betroffenen, meist jungen Patienten die fehlende Strahlenbelastung.
Flankenschmerz
Zumeist sind Erkrankungen der Nieren zu erwarten, dabei am häufigsten Steinleiden. Nach der Labor- und Ultraschalluntersuchung kann bei gegebener Indikation eine Röntgenübersicht des Bauchraumes vor und nach intravenöser Kontrastmittelgabe angeschlossen werden, die die Lage des Schmerz verursachenden Steins feststellen soll. Eine Schnittbilddiagnostik ist nur in Einzelfällen notwendig.
Liegen jedoch entzündliche oder tumoröse Erkrankungen der Nieren vor, so ist eine weitere Abklärung unabdinglich. Hier ist im Einzelfall zu entscheiden ob eine CT oder MRT die geeignetere Methode ist. Für die Erkrankungen der Harnblase kann ergänzend eine MRT durchgeführt werden.
Flankenschmerzen links können auch durch Milzerkrankungen hervorgerufen werden (z. B. Milzinfarkt, Kapseldehnungsschmerz bei Vergrößerung im Rahmen eines Infektes oder eines Tumorbefalls, Einriss im Rahmen eines Unfalls). Außer Ultraschall erfolgt die diesbezügliche Abklärung mittels CT.
Oberbauchschmerzen
In diesen Fällen ist immer zunächst ein Internist zu konsultieren, um in erster Line ein Magengeschwür, das meist mittels einer Spiegelung abgeklärt wird, auszuschließen. Ergeben die Labordiagnostik und der Ultraschall eine Erkrankung der Gallenwege oder der Bauchspeicheldrüse, so kann eine weitere Abklärung notwendig sein.
Für die Untersuchung der Gallenwege eignet sich v.a. die MRT, deren Bildqualität an die der direkten Sondierung im Rahmen einer Spiegelung (ERCP) heranreicht, mit dem Vorteil jedoch der fehlenden Invasivität. Die ERCP hat aber den Vorteil, dass etwaige Steine im Gallengang in einem „Arbeitsgang" entfernt werden können.
Im Falle von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (Entzündung, Tumor) erfolgt zumeist eine CT, in bestimmen Fällen zur weiteren Abklärung eine MRT.
Gefäßerkrankungen
Der Einriss der Bauchschlagader (Aorta) infolge eines Unfalls bzw. auf dem Boden einer chronischen Erweiterung (Aneurysma) ist eine akute, lebensbedrohliche Erkrankung und kann meist schon mit Hilfe des Ultraschalls erkannt werden.
Zu dem weiteren Untersuchungsverfahren der ersten Wahl zählt auf Grund der raschen Durchführbarkeit die CT. Sie ist auch bei weniger akut Erkrankten (bei nicht gerissenem Aneurysma) im Rahmen der prä-therapeutischen Planung (OP oder Stent-Einbringung) auf Grund der guten geometrischen Präzision in erster Linie durchzuführen. Dabei können auch Verkalkungen sicher erkannt werden.
Vorteil der MRT ist die fehlende Strahlenbelastung sowie die Möglichkeit der Untersuchung auch von nierengeschädigten Patienten oder bei bestehender Allergie auf Röntgenkontrastmittel.
Die Angiographie ist bei diesen Fragestellungen zumeist nicht erforderlich. Sie wird im Rahmen der Einbringung von Platzhaltern (Stents) zum Erzeugen eines neuen Gefäßkanals vorgenommen.
Lebererkrankungen
Bei der Abklärung der Leberraumforderungen (Ausdehnung) können nach der primären Diagnose mittels Ultraschall sowohl CT als auch MRT eingesetzt werden. Der jeweilige Einsatz sollte im Dialog zwischen dem zuweisenden Arzt und dem Radiologen geklärt werden. Die früheren Probleme der MRT bezüglich der Störanfälligkeit durch die Atmung sind mit Hilfe der modernen Geräte weitgehend behoben. Darüber hinaus stehen neu eingeführte lebergewebsspezifische Kontrastmittel zur Verfügung. Daher ergibt sich in der Diagnose der Leberknoten ein Vorteil für die (wesentlich länger dauernd) MR-Untersuchung. In vielen Fällen genügt jedoch die Aussage der CT. CT-gesteuert können Gewebsproben entnommen werden, deren Aufarbeitung die endgültige Diagnose liefert.
Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane
Die gynäkologische Untersuchung und der Ultraschall beantworten die allermeisten Fragen bei der Behandlung der Erkrankungen des weiblichen Genitals. Können nicht alle Aspekte damit berücksichtigt werden, v.a. im Falle von Tumorerkrankungen, wird die MRT in hochauflösender Technik durchgeführt.
Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane Die Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane werden zumeist ausreichend durch einen Urologen diagnostiziert. In manchen Fällen kann bei Tumorerkrankungen der Prostata oder der Hoden eine zusätzliche MRT erforderlich werden.
Letzte Aktualisierung: 10. März 2008
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