Was ist Anästhesie  

Die moderne Chirurgie ist erst durch die Entwicklung anästhesiologischer Verfahren möglich geworden. Dabei kommt der Ausschaltung des Schmerzes die größte Bedeutung zu. Man unterscheidet zwei Formen der Anästhesie:

Allgemeinanästhesie bedeutet die Narkose des gesamten Körpers. Sie geht mit Bewusstlosigkeit und in der Regel mit einer Atemlähmung einher. Der Patient muss daher während einer Allgemeinanästhesie künstlich beatmet werden. Die Allgemeinanästhesie kann mit einem Flug ohne Autopilot verglichen werden. Jeder Anästhesist ist für nur einen Patienten zuständig und überwacht und steuert kontinuierlich die Narkose und die lebenswichtigen Funktionen.

Bei der Regionalanästhesie wird gezielt in der gesamten unteren Körperhälfte (Spinalanästhesie, Epiduralanästhesie) oder in einzelnen Extremitäten (Plexusanästhesie oder periphere Nervenblockaden) die Empfindung ausgeschaltet. Dabei kann über eingebrachte Katheter bei Bedarf Schmerzmittel auch noch in den ersten Tagen nach einer Operation verabreicht werden. Für viele große chirurgische Eingriffe ist es sinnvoll, eine Allgemeinanästhesie mit einer Regionalanästhesie zu kombinieren.

Für die Anästhesie sind ausschließlich hoch qualifizierte Spezialisten zuständig: Die Ausbildung zum Facharzt für Anästhesiologie dauert fünf Jahre. Sie beinhaltet neben der Durchführung von Anästhesien für Operationen und andere Eingriffe eine einjährige Weiterbildung in der Intensivmedizin.

Der Anästhesist geht täglich mit hochwirksamen und schnell wirkenden Pharmaka um. Er ist ein Experte in lebenserhaltenden und lebensrettenden Maßnahmen und somit auch besonders geeignet für die Behandlung aller akut lebensbedrohlichen Zustände (Notfallmedizin). Ein weiteres Betätigungsfeld von Anästhesisten ist die Therapie chronischer Schmerzen sowie die Palliativmedizin zur Betreuung schwerstkranker Menschen.

Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2011

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