Therapie
Künstliches Koma, künstliche Ernährung & künstliche Beatmung
Nach einer Operation sind Intensiv-Patienten auf ganz unterschiedliche Hilfen angewiesen. Die moderne Intensivmedizin verfügt heute über eine Reihe von Therapiemethoden, die Patienten auf dem Weg zur Genesung unterstützen. Wir erklären Ihnen an dieser Stelle drei wichtige Verfahren. Denn Informationen und Wissen können eventuell vorhandene Ängste abbauen.
Künstliches Koma:
Dabei wird der Patient vom Arzt kontrolliert in eine Art Tiefschlaf versetzt, um ihn schonender therapieren zu können. Das Künstliche Koma ist eine bewährte Behandlung, die zum Standardrepertoire der modernen Intensivmedizin gehört und durch die gezielte Gabe von Medikamenten gesteuert wird. Am häufigsten werden schwerstkranke Patienten mit Mehrfach-Verletzungen (insbesondere Schädel-Hirntrauma) in ein Künstliches Koma versetzt. Der zweithäufigste Grund sind Zustände, die ohne Künstliches Koma für Menschen üblicherweise nicht erträglich wären, zum Beispiel schwerste Schmerzzustände, schwere Infektionen, der Ausfall eines oder mehrerer Organe, die Notwendigkeit einer invasiven künstlichen Beatmung oder extreme Lagerungen, wenn etwa ein Patient kontinuierlich um die eigene Achse gedreht werden muss, um die Lungenfunktion wiederherzustellen. Ein dritter Grund sind Sauerstoffmangelzustände, z. B. nach erfolgreicher Wiederbelebung. Das wichtigste Ziel des Künstlichen Komas ist die Ruhigstellung des Körpers. Dadurch wird der Sauerstoffbedarf des Organismus reduziert. Der Patient, insbesondere sein Gehirn, gewinnt damit Zeit sich zu erholen.
Künstliche Ernährung:
Sie ist besonders für Patienten nach großen Operationen im Bauchraum angezeigt. Denn eine normale Ernährung ist dann meist nicht möglich. Die für den Organismus lebenswichtigen Nährstoffe müssen deshalb in Form von speziellen Nährlösungen zugeführt werden. Die Künstliche Ernährung erfolgt in der Regel über die Vene oder über eine Sonde direkt in den Magen. Sobald sich der Patient soweit erholt hat, dass er wieder normal trinken und essen kann, wird die Künstliche Ernährung beendet.
Künstliche Beatmung:
Die spontane und selbstständige Atmung ist eine ganz zentrale lebenserhaltende Funktion des Menschen. Die Künstliche Beatmung kommt dann zum Zug, wenn die spontane Atmung aussetzt. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, z. B: Narkose, Lungen- und Herzkrankheit, Schock, Sepsis etc. Die Künstliche Beatmung hat dann die Funktion, die spontane Atmung zu ersetzen oder zu unterstützen. Nach einer Routinenarkose kehrt der Patient noch wenigen Minuten zur Spontanatmung zurück. Muss ein Patient aber über einen langen Zeitraum beatmet werden, ist eine ärztlich kontrollierte Entwöhnung von der Künstlichen Beatmung notwendig. Dies kann einige Tage dauern.
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2011
Tel: 0 61 81 / 2 96 - 0 - Fax: 0 61 81 / 2 96 - 66 66
© copyright 2012 - Impressum