Intensivbereich
Die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie betreut mit den jeweils zuständigen Kliniken die Interdisziplinäre operative Intensivstation H 1. Der Intensivbereich umfasst derzeit zehn Bettenplätze mit Beatmungsmöglichkeiten. Dort werden hauptsächlich Patienten mit mehrfachem Organversagen und mit Fehlfunktionen mehrerer Organe behandelt. Ein Schwerpunkt bildet die Behandlung des akuten Lungenversagens.
Patienten auf dem Intensivbereich benötigen eine besonders intensive und qualifiziert Betreuung. Deshalb arbeiten dort zahlreiche Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit einer speziellen Fachweiterbildung.
Für Laien sind Intensivstationen oft abschreckend und furchteinflößend. Viele Geräte, Signale und manchmal auch Töne sind für Außenstehende und Angehörige erst einmal verwirrend. Um Patienten optimal helfen zu können, sind diese modernen Apparate aber unverzichtbar. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten:


1. Überwachungsmonitor: Er zeigt die Herzstromkurve, Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung im Blut und viele andere Funktionswerte an.
2. Beatmungsgerät: Die meisten Patienten werden per Beatmungsgerät künstlich beatmet. Dazu wird ein Schlauch in die Luftröhre gelegt.
3. Infusionsgeräte: Der Patient wird darüber mit Flüssigkeit und Medikamenten versorgt, die direkt ins Blut geleitet werden.
4. Dialysegerät: Zweck ist die kontinuierliche Blutwäsche bei Ausfall oder Funktionseinschränkung der Nieren.
Flyer der Intensivstation zum Download
Technischer Fortschritt und Menschlichkeit
Im Intensivbereich geht es vor allem um die konsequente Anwendung moderner Standards, unterstreicht Chefarzt Dr. Marco Gruß. Dazu gehören in erster Linie:
- Narkose und Beatmung so kurz wie möglich zu halten
- keine unnütze Medikamentengabe (zum Beispiel unnötige und damit schädliche Gabe von Antibiotika)
- und die Patienten wieder so schnell wie möglich zu mobilisieren
Denn das nützt den Patienten und hilft Ihnen, so schnell wie möglich zu regenerieren und sich zu erholen.
Dabei ist es in der Anästhesie und Intensivmedizin wie in jedem anderen medizinischen Fach auch: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse brauchen durchschnittlich über die gesamte Bundesrepublik verteilt etwa sieben Jahre, bis sie bei jedem Arzt angekommen sind. Die konsequente Weiter- und Fortbildung sowie die aktive Teilnahme am wissenschaftlichen Leben - wie dies am Klinikum Hanau als akademischem Lehrkrankenhaus der Uni Frankfurt geschieht - , sichern deshalb die schnelle Umsetzung neuen Wissens in den klinischen Alltag für die Patienten.
„Jeder Patient kann sich bei uns darauf verlassen, dass er die bestmögliche Versorgung erhält", unterstreicht Dr. Gruß. Er weiß aber auch, dass schwer kranke Menschen oftmals Ängste vor der so genannten Apparatemedizin haben. Deshalb sagt er deutlich: „Trotz allen wichtigen technischen Fortschritts, steht bei uns der menschliche Umgang im Vordergrund."
In der modernen Medizin werden heute selbst sehr alte Patienten umfangreich und erfolgreich operiert. „Auch die 90-jährige Intensiv-Patientin kann heute sehr gut versorgt werden. Dafür muss jedoch die Betreuung rund um die Operation perfekt sein", sagt der Chefarzt, „denn der alte Mensch toleriert Komplikationen nicht mehr so gut." Gerade für diese Hochrisikogruppe sind deshalb gut geplante und eingespielte Abläufe enorm wichtig. Dennoch bleiben besonders für sehr alte und mehrfach kranke Menschen Risiken bestehen. Dr. Marco Gruß sagt deshalb auch: „Kein Patient muss Angst haben, unnötig durch Intensiv- und Gerätemedizin gequält zu werden."
Besonders für schwer kranke Patienten mit großen Eingriffen stellen sich rund um die Krankheit viele Fragen. Die kommen dann meist im direkten Kontakt mit der Intensivstation zum Tragen. Besonders die Patientenverfügung steht dabei im Mittelpunkt. Die dort getroffenen Verfügungen sind mittlerweile auch in Deutschland für den Arzt verbindlich. Doch eine Patientenverfügung ist nicht so einfach zu verfassen. Interessenten sollten sich deshalb zuvor intensiv beraten lassen. Auch das Klinikum Hanau bietet mehrfach im Jahr Informationsveranstaltungen und Beratungen zu diesem Thema an.
Letzte Aktualisierung: 06. Juli 2011
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